Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Grand Erg 2007: Die deutsche Marathonrally geht in die dritte Runde
Touareg V
13.02.2007, 19:23
Grand Erg 2007: Die deutsche Marathonrally geht in die dritte Runde
Mit der Libya Desert Challenge eröffnet Veranstalter Thomas Holzknecht im März die zahlreichen deutschen Amateur-Rallies in Afrika, kurz darauf startet die Tuareg Rally in Marokko. Die Saison in Tunesien eröffnet am 3. Mai bereits zum dritten mal die "Grand Erg Marathonrally" von Veranstalter Jörg Russler und seiner Crew. Die Grand Erg ist mit 10 Tagen (inklusive An- und Abreise) die kürzeste der deutsch-organisierten Tunsesien-Rallies neben der El Chott und Erg Oriental.
Statt wie im Vorjahr in die hohen Dünen im Süden des Landes zu gehen, haben die Organisatoren in diesem Jahr eine Strecke rund um die Oasenstadt Douz ausgesucht. Dennoch soll es wie im Vorjahr ganz nach dem Motto "Smells like Dakar-Spirit" wieder besonders anspruchsvoll werden - so wird beispielsweise die letztjährige, extrem harte "Königsetappe" in modifizierter Form erneut angegangen.
Gleich nach der Ankunft in Tunis geht es in einer Überführung von knapp 430 Kilometern nach Matmata im Südosten des Landes, wie im Vorjahr werden zwei Etappen wieder als Marathonetappe mit Parc Fermé ausgetragen.
Die Strecke im Einzelnen:
Tag 1: Überführungsetappe Tunis-Matmata (430 Kilometer)
Tag 2: Matmata-Douz 128 km Wertung / 142 km gesamt
Tag 3: Douz-Ksar Ghilane-Douz 167 km Wertung / 173 km gesamt (Marathon 1)
Tag 4: Douz-Bir Aouine 176 km Wertung / 224 km gesamt (Marathon 2)
Tag 5: Bir Aouine-Douz 180 km Wertung / 185 km gesamt
Tag 6: Douz-Douz 81 km Wertung (Schwerpunkt Navigation)
Tag 7: Douz-Nabeul 76 km Wertung / 486 km gesamt
Tag 8: Nabeul-Tunis
Dank eines neuen Sponsoring-Arrangements der Firma SmartSatCom gibt es für die Teilnehmer der Grand Erg in diesem Jahr neben den interessanten Strecken noch ein weiteres "Schmankerl": "Solange der Vorrat reicht" wird ihnen für die Dauer der Rally ein Satellitentelefon gratis zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen über die Rally, Ausschreibungsunterlagen sowie die Möglichkeit einer Online-Nennung finden Sie auf der offiziellen Webseite [ www.granderg.de (http://www.granderg.de/) ].
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_2007_die_deutsche_ma rathonrally_geht_in_die_dritte _runde.6295.0.html#6834)
Gruss Ruedi
Touareg V
28.04.2007, 08:14
Grand Erg: 15 Teams starten auf der tunesischen Amateurrallyhttp://www.marathonrally.com/spacer.gif
Die Organisatoren der 3. Marathonrally Grand Erg (3. bis 12. Mai) haben jüngst ihre Starterliste veröffentlicht, demnach haben sich 15 Teams angemeldet. Im vergangenen Jahr galt die Grand Erg als die anspruchsvollste und gleichzeitig kürzeste Veranstaltung neben der Erg Oriental und El Chott - das versprechen die Veranstalter auch in diesem Jahr.
Wie bei der Erg Oriental wird es zu Beginn gleich in den Süden nach Matmata, in weiteren 6 Etappen geht es nach Douz, Ksar Ghilane, Bir Aouine und Nabeul.
100 - Steiner/Fantoni - Toyota Landcruiser
101 - Steiner/Weyermann - Toyota Landcruiser
102 - Nussbaum/Nussbaum - Nissan Patrol
103 - Will/Will - Landrover Defender 90
104 - Henning/Leardi - Toyota Landcruiser
105 - Schneider/Schneider - Suzuki SJ
106 - Koerber/Przyborowski - Hummer H1
107 - Bäcker/Swoboda - Mercedes G
113 - Kluge/Kluge - Toyota Landcruiser
200 - Müller/Müller - Mercedes G
202 - Brass/Krumey - Landrover Defender 110
203 - Brenken/Quehl - Landrover Defender 90
204 - Müller/Bauer - Toyota Landcruiser
205 - Rübsam/Rübsam - Nissan Navara
206 - Jäger/Jäger - Mitsubishi Pajero
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_15_teams_starten_auf _der_tunesischen_amateurrally. 6801.0.html#7307)
Gruss Ruedi
203 - Brenken/Quehl - Landrover Defender 90
Den beiden drücke ich besonders die Daumen! :anbet:
Gruß
andreas
Den beiden drücke ich besonders die Daumen! :anbet:
Gruß
andreas
http://jeep.cfasp.de/upload/406921.jpg
:klatsch_2 :anbet: :klatsch_2 :anbet: :klatsch_2
http://jeep.cfasp.de/upload/406921.jpg
:klatsch_2 :anbet: :klatsch_2 :anbet: :klatsch_2
Sehr schönes Auto. Und auch noch aus der näheren Umgebung.
Ich drücke mit... :klatsch_2
Der Defender 90 von Franz führt das Feld an. :cool:
Die Kupplung schwächelt :o und die Reifenfüllanlage wird gerade repariert. :sonne:
Gruß
andreas
Touareg V
07.05.2007, 14:12
:eek: Dann weiterhin viel Glück :drummer: .
Gruss Ruedi
Erneuter Tagessieg, und sogar auf einer Marathonetappe! :klatsch_2
Gruß
andreas
Maulwurf
24.05.2007, 12:20
Danke fürs Daumendrücken- ich bin der mit dem gezeigtem Defender :D
Für unsere erste Rallye haben wir uns recht wacker geschlagen.
Nach zwei etwas verpatzten Tagen mit insgesamt 12 Stunden Strafzeiten wegen 3 nicht oder zu spät angefahrener Durchfahrtskontrollen auf den Rängen 12 und 10 ging uns ein Licht auf, was zu machen ist: einfach Gas geben! Und so konnten wir an den Folgetagen mit den Tagesplazierungen 1, 1, 3 und 4 abschließen. Leider war ein Vorarbeiten wegen der Zeitstrafen der ersten beiden Tage unmöglich- der Abstand auf die Plazierungen 5 und Besser war einfach zu groß. So haben wir an den letzten beiden Tagen das Auto recht materialschonend nach Hause bzw ins Ziel getragen. Immerhin wollten wir ja auch die Heimreise von Tunis bzw Genua nach Paderborn auf eigener Achse schaffen. Fazit: Alles gut gegangen, anfängliches Rupfen der Kupplung verschwand, Dieselpumpe heult wie Sau aber hielt durch und die Servolenkung hat sich auch wieder in Funktion gesetzt. Somit haben wir während der geanzen Veranstaltung noch nicht mal einen Tropfen Öl gebraucht und den Rest heilegebetet. Es war eine großartige Veranstaltung mit toller Orga, frehlerfreiem Roadbook und sehr anspruchsvollen Strecken. Nächstes Jahr zeigen wir uns wieder!:D
smokeybaer
24.05.2007, 12:33
Danke fürs Daumendrücken- ich bin der mit dem gezeigtem Defender :D
Für unsere erste Rallye haben wir uns recht wacker geschlagen.
Nach zwei etwas verpatzten Tagen mit insgesamt 12 Stunden Strafzeiten wegen 3 nicht oder zu spät angefahrener Durchfahrtskontrollen auf den Rängen 12 und 10 ging uns ein Licht auf, was zu machen ist: einfach Gas geben! Und so konnten wir an den Folgetagen mit den Tagesplazierungen 1, 1, 3 und 4 abschließen. Leider war ein Vorarbeiten wegen der Zeitstrafen der ersten beiden Tage unmöglich- der Abstand auf die Plazierungen 5 und Besser war einfach zu groß. So haben wir an den letzten beiden Tagen das Auto recht materialschonend nach Hause bzw ins Ziel getragen. Immerhin wollten wir ja auch die Heimreise von Tunis bzw Genua nach Paderborn auf eigener Achse schaffen. Fazit: Alles gut gegangen, anfängliches Rupfen der Kupplung verschwand, Dieselpumpe heult wie Sau aber hielt durch und die Servolenkung hat sich auch wieder in Funktion gesetzt. Somit haben wir während der geanzen Veranstaltung noch nicht mal einen Tropfen Öl gebraucht und den Rest heilegebetet. Es war eine großartige Veranstaltung mit toller Orga, frehlerfreiem Roadbook und sehr anspruchsvollen Strecken. Nächstes Jahr zeigen wir uns wieder!:D
Hallöle ;
Na da kann man nur gratulieren:klatsch_2 :klatsch_2 :drummer: :wub:
Geil, ein leibhaftiger Rallye-Fahrer unter uns. :juchu: :drummer: :feiern:
Herzlich Willkommen, Franz! :anbet:
Freue mich schon jetzt auf die Grand Erg 2008 und
fange mal mit dem Daumendrücken an! :cool:
Gruß
andreas
Hallo aus OWL nach OWL... ;)
Freut mich, wenn das Daumendrücken geholfen hat.
Wäre toll, ab und zu mal was von Euch zu hören.
Viele Grüsse aus Bielefeld
Markus
Maulwurf
24.05.2007, 15:43
@Andreas: Bist Du der, von dem ich glaube, dass er es ist?
@Bodo: Gerne hin und wieder, scheint ja ein netter Haufen hier zu sein:klatsch_2
Viele Grüße in die Forumswelt,
Franz
Gratulation auch von uns! :drummer:
Und herzlich willkommen bei den :sign:n
@Andreas: Bist Du der, von dem ich glaube, dass er es ist?
...
Wenn Du "Touareg" im www.offroad-forum.de meinst? Dann bin ich das! :1opa:
Gruß
andreas
Hallo Franz,
ein herzliches Willkommen auch aus Portugal dem Offroadparadies.
Einige Offroadrallys finde ich schon sehr reizvoll und würde gern teilnehmen, nur um das mitgemacht zu haben. Allerdings nicht mit dem Touareg.
Hallo Franz,
Welcome here und
herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Teilnahme.
Maulwurf
24.05.2007, 22:35
Hey Leuts, dass ist wirklich eine nette Begrüßung hier- Merci!!!
@Andreas: Salute- hatte Dich aufgrund Deines Avantares zunächst mit dem geflashten Andreas aus Berlin verwechselt- Dein Fuhrparkzuwachs war mir irgendwie entgangen.
@Rallyebegeisterte: lasst Euch nicht durch Umbauten, Leistung oder sonstiges abschrecken- bei der GrandErg fuhr dieses Jahr (wieder) eine offene (!!!) Zuze mit (Samurei)- völlig serienmäßig bis auf einen Überrollbügel. Und die Jungs hatten nicht nur alle Symphatien auf ihrer Seite, sondern waren auch noch gut.
Macht es, erfüllt Euch den Traum. Es muss nicht gleich die Wüste sein- es gibt so viele andere schöne Veranstaltungen.
Lasst Euch auch nicht sofort durch die Kosten abschrecken- mit ein wenig Überzeugung gelingt es dem benachbartem Blumenhandel bis hin zum Reifenhändler eine Finanzspritze gegen Werbefläche oder Hardware (ok, in dem Fall besser nicht vom Blumenhändler) abzuschwätzen- und viel Kleinvieh macht irgendwann einen recht netten Haufen.
Bei mir nahm die Sache irgendwie ihren Lauf- aber nach dem guten Abschließen der PAT (PolandAdventureTrophy) im letzten Jahr und als Beifahrer zuletzt bei der MAD-Trophy habe ich gemerkt, dass ich vor allem fahren will anstatt vor einzelnen Sektionen zu warten, um dann letztlich einen Winchwettbewerb anzutreten. Aber das muss jeder für sich entscheiden- ich möchte Strecke machen, schnell fahren und vor allem nicht mehr nur im Schlamm spielen.
....- Dein Fuhrparkzuwachs war mir irgendwie entgangen.
.....
Ich führe auch schon Buch darüber, sonst verliere ich den Überblick! :fart:
Wird demnächst aber reduziert. :rolleyes:
Gruß
andreas
Touareg V
25.05.2007, 15:20
Hallo Franz
Ein herzliches Willkommen bei den :sign:
vielleicht trift man sich mal bei einem Treffen.
Gruss Ruedi
Maulwurf
25.05.2007, 15:50
Danke Ruedi- ich lese mich gerade durch vieles durch und finds ausgesprochen nett wie und was hier so geschrieben wird- incl dem Umgangston. Lustig auch, dass mein Auto hier an manchen Stellen schon lange vertreten ist- werd die Karre besser nachts wieder wegsperren, damit sie sich nicht überall rumtreibt :fart:
Schönes Wochenend allerseits!
Grüße, Franz
SafariGuide
26.05.2007, 08:43
Hallo Franz!!! :sonne:
HERZLICH WILLKOMMEN!!! :juchu:
Freue mich sehr, dich nun auch hier zu treffen!!!
Hallo Franz,
auf welchem Stand wird der Mole denn in Bad Kissingen zu bestaunen sein? :sonne:
Gruß
andreas
Maulwurf
29.05.2007, 21:26
@Axel: DU auch hier? Wird ja immer besser: klatsch_2
@Andreas: Am GrandErg-Stand.
Na denn, muss ich doch die ganze Spionagekameraausrüstung mitschleppen. :cool:
Gruß
andreas
Nachdem was mir Franz in Bad Kissingen erzählt hat,
könnte ich vielleicht doch schwach werden und eine
Teilnahme wagen. Einen Beifahrer bräuchte ich noch. :cool:
Gruß
andreas
Maulwurf
12.06.2007, 19:42
Nachdem was mir Franz in Bad Kissingen erzählt hat,
könnte ich vielleicht doch schwach werden und eine
Teilnahme wagen. Einen Beifahrer bräuchte ich noch. :cool:
Gruß
andreas
:drummer: :klatsch_2
Saugute Idee!!! Start ist am 1. Mai 2008 :juchu:
@andreas
frag mich im Winter noch mal:rolleyes:
Maulwurf
20.06.2007, 20:43
Bericht bei Marathonrallye.com: http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es.7180.0.html
Bericht bei Marathonrallye.com: http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es.7180.0.html
Oh, den Verfasser kenne ich sogar persönlich. :feiern:
Gruß
andreas
Touareg V
22.06.2007, 11:20
Kurzvideo von der Tunesien Rally 2007
Video (http://www.youtube.com/watch?v=0JS3jo80Hbs&eurl=http%3A%2F%2Fwww%2Emarath onrally%2Ecom%2Fnews%2Fgrand%5 Ferg%5F2007%5Fkurzvideo%5Fvon% 5Fder%5Ftunesien%5Frally%5F200 7%2E7179%2E0%2Ehtml)
Gruss Ruedi
Touareg V
22.06.2007, 11:27
Die Rally aus der Sicht eines Rookies
http://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/typo3temp/pics/e94219df1a.jpg (http://www.marathonrally.com/news/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F070621_g randerg1.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3CBODY%20style%3D%22m argin%3A%202%3B%20background%3 A%20%23b18b67%3B%22%3E&title=marathonrally.com&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascri pt%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7 C%20%3C%2Fa%3E&md5=52c75bc48fba9eaa45234d7cd8 eb887b)
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http://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/typo3temp/pics/bf45909716.jpg (http://www.marathonrally.com/news/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F070621_g randerg5.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3CBODY%20style%3D%22m argin%3A%202%3B%20background%3 A%20%23b18b67%3B%22%3E&title=marathonrally.com&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascri pt%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7 C%20%3C%2Fa%3E&md5=b2e8846aab1908b91eb154406c e1836c)
Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts zu kürzen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.
Hier der Rallybericht von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):
Teil 1) Vorbereitung / Anreise / Überfahrt
Endlich war es so weit! Nach Monaten des Schraubens, Produkte Bestellens, Pakete Auspackens, nach schlaflosen Nächten wegen der Unsicherheit ob der Richtigkeit unseres Handelns, nach zahlreichen Telefonaten nicht nur mit Teile-Dealern, sondern auch mit Freunden, die sich zum hundertsten Mal anhören mussten, was wir vorhatten und es eigentlich gar nicht mehr hören wollten, rollten wir endlich los. "Wir" sind mein Beifahrer Andreas und ich, und - vor allem - der Mole: ein aufgrund leichter Veränderungen umgetaufter Defender 90 TD5 Baujahr 2000 mit ca 120.000km auf der Kurbelwelle. Ja, es ging los zu einem Abenteuer, von dem wir noch nicht so recht wussten, was es für uns bedeuten würde, es ging los aus dem heimatlichen Ostwestfalen zu unserer ersten Rally gen Tunesien.
6 Stunden zuvor legten wir das Werkzeug weg und waren uns sicher, alles, was sich im Laufe der letzten Wochen an Neuanschaffungen für den Wagen angehäuft hatte, am rechten Platz verbaut zu haben. Zugegebenerweise war nichts davon getestet, aber wir hatten ca 1200 Kilometer Fahrt bis Marseille vor uns, und wie kann man seinen Copiloten besser beschäftigen, als ihn Gebrauchsanleitungen für den neuen Tripmaster sowie das in letzter Sekunde eingebaute Amateurfunkgerät lesen zu lassen.
OK, die ersten Kilometer quälte ich Andreas noch mit Fragen wie "hast Du die Schrauben der Mitnehmer noch einmal nachgezogen?" oder "das Zoll-Werkzeug für die Kardanwelle ist in der orangenen Kiste, oder?" Aber bereits nach 500 Kilometern fing ich an, mich zu entspannen und genoss die Fahrt, ständig in Erwartung eines ungewöhnlichen Geräusches, wie ich es von meinem Auto gewohnt war. Aber es kam nichts dergleichen - der Motor lief mit 3000 Umdrehungen wie am Schnürchen, die Tankuhr gondelte wie gewohnt zwischen leer und voll und zurück und der Copilot war in seine Unterlagen vertieft.
So erreichten wir problemlos unsere erste Zwischenstation, ein kleines Hotel in Dijon. Nach kurzen Telefonaten mit der Heimat, dass wir wohlbehalten in der Stadt des Senfs gelandet sind ("wie, Ihr seid in Bautzen???") ging's am nächsten Tag weiter nach Marseille, wo wir widerum ohne Zwischenfälle ankamen. Dann wurde es langsam ernst: Nur noch einmal schlafen - wer würde gewinnen: Die Aufregung oder die Müdigkeit? Die Müdigkeit gewann mit Abstand, und die Aufregung konnte ihren Auftritt auf den nächsten Morgen verschieben.
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es_1.7182.0.html#7692) und weiter lesen
Gruss Ruedi
Touareg V
25.06.2007, 09:16
Die Rally aus der Sicht eines Rookies
http://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/typo3temp/pics/f57abaf77e.jpg (http://www.marathonrally.com/news/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F070622_g randerg1.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3CBODY%20style%3D%22m argin%3A%202%3B%20background%3 A%20%23b18b67%3B%22%3E&title=marathonrally.com&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascri pt%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7 C%20%3C%2Fa%3E&md5=759ac23153c4d5114c82d27667 4cd6a1)
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Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts zu kürzen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.
Hier nun Teil 2 des Rallyberichts von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):
Etappe 1) Tunis - Matmata
Nach etwa 22 Stunden erreichten wir Tunis. Dort gelang es uns irgendwie gegen eine geringfügige finanzielle Zugabe innerhalb weniger Minuten durch den Zoll und die Hafenausfahrt zu kommen - und so standen wir als erste und zum ersten Mal vor dem aufblasbaren Startbogen (von allen irgendwann liebevoll "Hüpfburg" genannt), der uns nun eine Woche lang jeden morgen an die Ernsthaftigkeit unseres Tuns erinnern sollte.
Nun wurde es wirklich ernst - sollten wir gleich starten? Ausser ein paar Orgafahrzeugen, die bereits ein paar Tage zuvor in Tunis gelandet waren, schien noch keiner da zu sein. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit (das richtige Roadbook herausholen, Geräte Nullen, Getränkeflaschen auffüllen sowie einem gegenseitigen tiefen Blick in die Augen (hey, wir fahren jetzt mal ne Rally)) entschlossen wir uns zum Start und rollten in den Startbogen. Dort bekamen wir auch schnell grünes Licht und so befanden wir uns auf der ersten Etappe unserer ersten Rally. Diese Etappe war als Gleichmässigkeitsprüfung ausgelegt - die 430 km nach Matmata mussten sekundengenau mit einem Schnitt von 65,75 km/h gefahren werden.
Da wir bereits auf dem Schiff genug gegessen hatten und so schnell wie möglich ein Zeitpolster für alle Eventualitäten herausfahren wollten, fuhren wir Nonstop bis Matmata durch. Dort gönnten wir uns einen kurzen Kaffee und stellten uns dann 2 Stunden vor unserer Zeit vor die Ziel-Kontrolle (übrigens ein völlig legales Vorgehen, wie uns unser vorheriges Selbststudium des Reglements vom Rallychef im Nachhinein bestätigt wurde). Es waren zwei lange Stunden, die wir da warten mussten - in Sichtweite unseres Hotels, der Bar, dem Pool und unserer Betten. Aber wir waren ja nicht zum Vergnügen hier und so harrten wir aus um dann pünktlich - aber leider doch nicht ganz sekundengenau - durch die Lichtschranke zu rollen.
Wie wir dann auspackten kam es uns etwas seltsam vor, dass kein weiteres Teilnehmerfahrzeug einrollte. Sollten wir doch etwas falsch gemacht haben? Nein, alles ok, wir hatten nur gewaltiges Glück: Nach unserer Hafenausfahrt beschlossen die Zöllner, dass es Zeit zum Mittagessen war, und so mussten alle Nachfolgenden ewig warten, bis sie endlich losfahren durften. Wir also waren beruhigt und bekamen den ersten Eindruck von der Findigkeit der Orga: Unser Hotel war traumhaft, das Zimmer schön, das Essen mehr als reichlich und als dann endlich alle versammelt waren, fehlte uns auch die allgemein euphorische Stimmung nicht mehr.
Etappe 2) Matmata - Douz
Am nächsten Tag kam die erste Wertungsetappe: Von Platz 9 starteten wir gen Douz. Vor uns lagen 142 Gesamtkilometer, davon 128km Speziale mit 40% Piste, 30% Offroad und 30% Dünen. Gleich nach dem Start bekamen wir auf einer Piste durchs Gebirge richtig Freude und konnten gut Gas geben. Mein Navigator hatte sich schnell eingearbeitet, die Technik funktionierte, nur das vom Fahrersitz aus verstellbare Fahrwerk machte mir etwas Kummer, weil ich die Dämpfer nicht hart genug bekam. Aber egal - Gas geben war angesagt.
Es folgten einige schöne Wadi-Querungen mit weniger schönen Steinen, und dann ging es bald in ein Dünenfeld mit kleinen aber steinharten Dünen. Da war die Freude schnell vorbei: "Es knallte und schepperte, wir waren mehr in der Luft als am Boden und irgendwie bekam ich keinen Rhythmus. Aber es nützte nichts, wir mussten weiterfahren. So konnten wir bald auf zwei Autos aufschliessen und im Dreierpack fuhren bzw. hüpften wir vorwärts.
Später hielten wir an, um einen Konkurrenten zu bergen - und bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass sich unsere Ersatzreifen gelöst hatten und munter durchs Heck flogen. Das waren rund 80 Kilo, die da ihr Eigenleben pflegten, und entsprechend sah es hinten aus. Also erst einmal ruhig werden, alles auspacken, die Reifen verstauen und dann gings weiter. In der Zwischenzeit überholten uns leider viele Fahrzeuge, und zu allem Übel mussten wir eine Durchfahrtskontrolle (DK) übersehen haben, denn am Abend hatten wir 4 Strafstunden auf der Uhr und beendeten den Tag mit Position 13.
Die Enttäuschung darüber war zwar da, hielt sich jedoch trotzdem in Grenzen, hatten wir doch eine Position im mittleren Feld für das Ende der Rally erträumt. Nach ein paar Umbauten im Heck um die Räder zu stabilisieren und das Gewicht etwas weiter nach vorne zu verlagern wollte ich gerade ins Hotel gehen, als ich noch einen kurzen Blick unters Auto warf und erschrocken feststellte, dass die hinteren Dämpfer der Doppeldämpferanlage beim Einfedern nicht nur eine Bremsleitung gequetscht hatten sondern auch noch auf die Bremszangen schlugen.
Mist - damit hatten wir nicht gerechnet. Aber wozu gibt’s Menschen, die nicht nur konkurrierend mitfahren, sondern uns zuvor auch das Fahrwerk verkauft (aber nicht eingebaut) hatten. Peter Hochsieder wusste Rat und änderte die untere Aufnahme der Dämpfers entsprechend - so konnten wir beruhigt unsere mit Begrüssungs-Startnummern versehenen Zimmer (eine der zahlreichen netten Gesten der Orga) beziehen. Nach einem heftigen Abendessen und der nachfolgenden Fahrerbesprechung fielen wir todmüde ins Bett.
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es_2.7185.0.html#7695)
Bilder (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_bilde rgallerie_zur_serie_teil_2_18. 7184.0.html#7694)
Gruss Ruedi
Touareg V
26.06.2007, 12:24
Die Rally aus der Sicht eines Rookies
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Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts wegzulassen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.
Hier nun Teil 3 des Rallyberichts von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):
Etappe 3) Douz - Ksar Ghilane - Douz
Der nächste Tag: Es erwartete uns ein 173 Kilometer langer Rundkurs (davon 167 Kilometer Speziale) von Douz nach Ksar Ghilane und ca 20 Kilometer nord-östlich versetzt wieder zurück (Streckenverteilung: 20% Piste, 40% Offroad, 40% Dünen). Hierzu sei angemerkt, dass noch vor 5 Jahren die Hälfte dieser Strecke, nämlich entweder Douz - Ksar Ghilane oder eben anders herum, die sogenannte Königsetappe darstellte - bei der Grand Erg heisst diese doppelte Strecke "Warmfahren".
Das Ganze war mit zwei Besonderheiten gespickt: Zum einen gab es einen "Point of no return", der bis zu einer bestimmten Uhrzeit erreicht sein musste. Nach dieser Zeit durchkommende Teams wurden von der Orga "eingesammelt" und fuhren gemeinsam nach Douz zurück. Hiermit sollte vermieden werden, dass Teilnehmer nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs sind. Die zweite Besonderheit: Da diese Etappe Teil 1 einer "Marathon-Etappe" war, herrschte am Abend Parc-Fermè, sprich strenges Serviceverbot. Dieses sollte uns später noch etwas zu denken geben...
Nach dem Start südlich von Douz führte die Rallystrecke dankenswerterweise nicht über die Piste Richtung Cafe "Port du Desert", sondern es ging über kleine Pfade durch die Kamelgraslandschaft. Es war herrlich zu fahren, endlich konnten wir etwas Speed machen und lernten das neue Fahrwerk besser kennen.
Schon bald ging es in erste Dünenfelder, die fahrerisch weniger eine Herausforderung waren als viel mehr navigatorisch. Aber Andi machte einen tollen Job, und während ich mir einbildete, irgendwie permanent nach links zu driften und folglich immer etwas nach rechts gegensteuerte, fuhren wir tatsächlich beständig gen Ost-Südost. Meinen armen Beifahrer brachte ich mit meinen rechtsausbrüchen etwas zur Verzweiflung - konnte er doch den tatsächlichen Kurs auf dem GPS verfolgen.
Irgendwann wechselten wir auf eine breite Piste, die wir länger mit Highspeed fahren konnten - bzw mit dem, was ich mir als Highspeed zutraute. Später kamen wir wieder in die Dünen, dieses mal etwas höher, aber noch gut befahrbar. Hier befand sich auch die DK, die zugleich der Point-of-no-Return war. Wir waren 40 Minuten vor der Zeit und fuhren zuversichtlich weiter. Es ging weiter in die Dünen - und hier kam der Punkt, wo ich meinen Beifahrer mit meinem Rechtsdrall vollends zur Verzweiflung brachte. Es ist mir nach wie vor unerklärlich, warum ich mir einbildete, dass wir ständig nach Links fuhren - bis zu dem Moment war ich mir sicher, ein ausgezeichnetes Orientierungsvermögen zu haben.
Mittlerweile völlig verunsichert durch die Korrekturen des Copiloten und plötzlich in einem Dünenfeld und auf einem Kurs, wo es keine rettenden Spuren zum Folgen gab, kam zu allem Übel auch noch hinzu, dass wir gegen die Dünen fahren mussten. Aber alles Grübeln half nichts - wir mussten da durch und weiter. Die anderen waren etwas weiter rechts gefahren - natürlich hatte ich somit meinen Beifahrer in Verdacht, dass wir uns verfranzt hatten. Verfranzt hatte sich aber nur einer, nämlich ich (und das glücklicherweise nur im Geiste), denn tatsächlich waren wir gut auf Kurs, wenn auch in sehr unangenehmen Dünen.
Dass wir richtig waren zeigte uns die Parallelfahrt mit dem Schweizer Toyota des Teams Steiner/Weyermann. Irgendwann konnten sie uns aber entkommen - sie waren für mich zu schnell, um dranzubleiben. Es hatte sich nämlich ein seltsames Geräusch beim Hochfahren der Dünenkämme eingestellt: Die Kupplung fing an zu rutschen. Da ich aufgrund nicht weiter erwähnenswerter Erlebnisse bei privat geführten Touren im tunesischen Sand im Jahr zuvor noch die Geräusche diverser Brüche von Kardanwelle und Steckachse im Ohr hatte und mir noch nicht ganz klar war, dass wir hier - selbst wenn wir liegenbleiben sollten - dank des Besenwagens sowie vieler zur Verfügung stehender Ersatzteile trotzdem am nächsten Tag wieder startbereit wären, drosselte ich etwas das Tempo und erhöhte damit den Druck auf die Nerven meines ohnehin schon geplagten Beifahrers - wir erinnern uns an den Rechtsdrall...
Es kam, wie es kommen musste: Das Auto und die Kupplung hielt zwar durch, aber die nächsten beiden DKs hatten knapp vor unserer Nase geschlossen. Da gabs auch nichts zu beschönigen: Zu spät war zu spät - und weitere 2x4 Strafstunden waren eingesackt. Hierdurch allerdings war mein Ehrgeiz geweckt: Hatten wir doch spätestens jetzt erkannt, dass das Erreichen eines Point-of-no-Return nicht zugleich bedeutete, danach in ein gemütliches Dünengebummel verfallen zu dürfen, so wurde uns ebenso klar, dass wir einen fatalen Anfängerfehler begangen hatten: Auf den Bordkarten waren die Öffnungszeiten der einzelnen Kontrollstellen sowie die einzuhaltende Maximalzeit explizit vermerkt - nur war jeglicher Platz auf der Bordkarte ausser der Felder für Zeit - und Stempeleintragungen für uns bis dahin nicht existent (wohl beim ersten Briefing auf der Fähre nicht richtig aufgepasst).
Also: Der geweckte Ehrgeiz, gepaart mit einer etwas angespannten Stimmung im Auto (wie stand in irgendeinem schlauen Rally-Ratgeber zu lesen: Fahre nie eine Rally mit jemandem, mit dem Du nach einer Rally noch kommunizieren willst...) sorgte dafür, dass ich endlich das tat, wofür wir ein Jahr lang gearbeitet hatten: Ich gab Gas und fuhr (endlich) Rally! Ach tat das gut, seinen Frust endlich mal legal am Gaspedal auslassen zu dürfen, ohne sich das Vorhandensein einer gewissen Flensburger Kartei vor Augen zu halten. So sausten wir dem Ziel entgegen, auf wieder kleinen engen Pfaden durchs Kamelgras. Und dann sahen wir die Überraschung, von der der Veranstalter zuvor geschrieben hatte: Zieleinlauf war im Kamel-Stadion vor den Toren von Douz. Also eine letzte Runde Rundkurs-Drift hingelegt, Bordkarte hingehalten und ... gerade noch rechtzeitig in der Zeit für die letzte Kontrollstelle des Tages. Diesen Stempel konnte uns keiner mehr nehmen.
Nun galt es für mich, weniger ein Auge auf die bereitstehenden Freigetränke und die Köstlichkeiten vom Grill zu werfen, sondern erst einmal zu schauen, was mit der Kupplung ist. Aber: Es war Parc-Fermè, folglich durfte ich zwar in Anwesenheit des technischen Kommissars einen Versuch der Schnell-Diagnose starten, weitere Untersuchungen jedoch hätten Strafzeiten wegen Parc-Fermé-Verstoss mit sich gebracht. Es galt nun abzuwägen: Kupplung ersetzen, am nächsten Tag sorgenfrei fahren und Strafzeit kassieren, oder nur den Anfahrversuch machen, alles lassen wie es ist und am nächsten Tag ein komisches Gefühl haben. Also rein in die Kiste, Handbremse gezogen und mit Vollgas die Kupplung kommen lassen: Auto stand wie gewünscht, kein Rutschen, kein Heulen. Somit fiel die Entscheidung, die Finger vom Auto zu lassen. Landrover reparieren sich bekannterweise bei artgerechter Haltung gerne von alleine - hier hat sich dieses wieder gezeigt.
Somit konnten wir uns endlich dem widmen, was die Cateringmannschaft für uns alle vorbereitet hatte. Der Abend klang dann mit der obligatorisch straffen Fahrerbesprechung aus. Wir gingen früh schlafen, denn am nächten Tag wartete Teil 2 der Marathonetappe auf uns.
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es_3.7219.0.html#7697)
Bilder (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_bilde rgallerie_zur_serie_teil_3_18. 7220.0.html#7698)
Gruss Ruedi
Touareg V
27.06.2007, 14:12
Die Rally aus der Sicht eines Rookies
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Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts wegzulassen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.
Hier nun Teil 4 des Rallyberichts von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):
Etappe 4) Douz - Bir Aouine
Um 6:00 Uhr wurde das Serviceverbot aufgehoben. Wir machten die üblichen Checks, stellten erstaunt fest dass wieder kein Öl fehlte und auch von unten alles trocken war und kamen dem Tip unseres Konkurrenten Thomas Krumey nach, den (bescheuerten) Wading-Plug aus dem Kupplungsgehäuse zu drehen. Wie - ich hatte tatsächlich so etwas an meinem Auto?? Ein Jahr zuvor hatte ich mir extra diese Stöpsel gekauft, um sie im Schlamm wenn notwendig herein zudrehen. Ich wusste dass sie originalverpack daheim im Regal lagen - und lernte, dass zumindest der TD5 diesen Stöpsel ab Werk drin hat. Also gut, das Teil herausgedreht (danke Peter für den geopferten Schlüssel). Es kam etwas schmierige Pampe raus - aber das wars dann auch. Im Nachhinein erklärte sich den Spezialisten auch so das Rutschen der Kupplung. Offensichtlich ist der Simmerring zwischen Motor und Kupplung nicht ganz dicht - und so konnte etwas Öl ins Kupplungsgehäuse gelangen. Dieses Öl konnte nun abfliessen und es kam Luft an die Kupplung. Von nun an hatte ich keine Probleme mehr mit der Kupplung.
Aber zurück zum Ernst des Tages: Start war einige Kilometer östlich von Douz neben der Strasse nach Matmata. Trotz der eingeheimsten Strafzeiten hatten wir den Tag zuvor auf Platz 10 beendet und durften folglich als zehnte Starten. Vor uns lagen 224 Kilometer, davon 176 Kilometer Speziale (25% Dünen, 15% Offroad, 20% Navigation und 40% Highspeed). Etwas demoralisierend war die Ansage eines Presseteams (nicht marathonrally.com) direkt vor dem Start, die meinten, sie wären nur ein paar Kilometer in die Speziale gefahren und dann umgedreht, weils so schlecht fahrbar sei - na bravo.
Aber auch hier half kein Jammern, wollten wir doch endlich weiter nach vorne und ich mein Versprechen gegenüber Andreas einlösen, heute mal richtig Gas zu geben. Also gings los - erst ein paar wirklich unangenehme kleine Pfade (weil mit steinharten Dünen zugeweht), dann aber plötzlich ein trockenes Flussbett. Und hier gab ich Gas - nach kurzer Zeit überholten wir das erste Fahrzeug, wenige Kilometer weiter sogar eine Gruppe aus drei Konkurrenten.
Wir stempelten zwischendurch ordnungsgemäss an einer gut versteckten DK unsere Karte ab und flogen weiter. Der Untergrund bestand aus lockerem Kies, war relativ eben, allerdings lagen manchmal grössere Steine im Weg. Irgendwie hatte ich den Eindruck, das Auto würde den Boden kaum berühren - je schneller, desto schwebender.
Bald hatten wir auf die Spitzengruppe aufgeholt - grad zu Beginn eines viele Kilometer langen Dünenfeldes mit immer höheren Dünen. Diese Gruppe bestand aus fünf Fahrzeugen, die sich wie an einer Perlenkette durch die Dünen kämpften. Irgendwie konnten wir schneller - aber es gab keine Gelegenheit zum Überholen. Erst als sich vor uns ein Konkurrent zu weit links hielt und in weichen Sand fuhr, konnten wir an ein paar Autos vorbeiziehen. Danach ergab sich dann auch die vermeintlich Gelegenheit, 30 Meter neben der eigentlichen zugewehten Linie den Rest zu überholen bzw uns etwas weiter westlich haltend eine eigene Spur zu suchen. Zwischendurch gab es kurze Zweikämpfe mit aufholenden Fahrzeugen, aber alles sehr fair und friedlich.
Endlich näherten wir uns den Dünen nördlich von Ksar Ghilane - und hier entbrannte ein erbitterter Kampf zwischen Uli Müller, G, Peter Hochsieder und uns. Hatten wir es tatsächlich so weit nach vorn geschafft? (Uli Müller war am Morgen als Erster auf die Speziale gestartet), wo waren die anderen? Egal - es galt volle Konzentration auf das, was vor uns lag und neben uns fuhr. Es war fantastisch - mal schoss einer hoch über uns über einen Dünenkamm und scherte kurz vor uns ein, mal fuhr man fast auf Tuchfühlung nebeneinander - dann stoben alle drei in unterschiedliche Richtung um eine Dünenspitze.
Irgendwie hatten wir es alle Drei geschafft, die Autos nicht gegeneinander zu lehnen - und wer letztlich von uns wirklich zuerst die Ziellinie vor der Zwangsmittagspause in der Oase durchquerte, vermochte ich nicht zu sagen. Die Technik jedoch offenbarte, dass Uli Müller vor uns und Peter Hochsieder hinter uns war. Jedenfalls war es ein toller Kampf, an den wir noch lange und gerne zurückdenken werden.
Die vorgeschriebene Pausenzeit in der Oase (eine Stunde) nutzten wir, um unsere durch gnadenlosen Übermut noch in der Oase abgefahrene Reifenfüllanlage zu flicken (zu nah an einem Baum vorbeigefahren) und einen Kaffee zu trinken.
Dann gings weiter: Neustart war südlich der Oase, und von nun an nur noch Piste bis Bir Aouine. Kurz dachten wir an die Pajeros, die auf diesen Strecken in ihrem Element waren, aber dann war schon der Moment des Starts und die Konzentration galt der Strecke. Wie war das schön: Unendliche Weite nach den Dünen vom Vormittag, kilometerlang Highspeed, allerdings dann auch wieder grosse Herausforderungen an den Beifahrer, den richtigen Abzweig in der Vielzahl der abgehenden Pisten zu finden.
Bereits kurz nach dem Start konnten wir Ulli Müller überholen, der sich - wie wir später erfuhren - auf einen Kamelgrashügel festgefahren hatte. Allerdings waren wir zuvor so dicht an im dran, dass wir nur noch links an ihm vorbeischiessen konnten und dann im Staub durch den Rückspiegel nichts mehr gesehen haben. Also hiess es von nun an: Wir sind vorne - und da wollten wir möglichst lange bleiben.
Das Auto lief hervorragend, keine ungewöhnlichen Geräusche oder sonst etwas. Irgendwann allerdings weckte uns eine Bodenwelle und wir flogen durch ein uraltes Gehölz. Was es war, kann ich nicht sagen, aber es war recht hart. Wenige Momente später sah ich auf der Druckanzeige für die Vorderräder, dass der Druck runter war. Mist - hatten wir einen Platten bekommen? Schnell angehalten und nachgeschaut: Nein, es war nur der Schlauch der Füllanlage (wieder) abgerissen. Also alle Schläuche schnell abgeklemmt, Reifendruck stimmt offensichtlich noch, und weiter gings.
Der nächste Stop war für die Lokalisierung eines plötzlichen Schepperns am Dach: Unsere Funkantenne hatte sich selbständig gemacht und klemmte am Flansch des Überrollkäfigs. Nun aber sollte nichts mehr dazwischenkommen, es ging nur noch geradeaus. Gottseidank stand an einer Kuppe ein Presseteam - die haben uns wahrscheinlich das Auto gerettet. Wären sie nicht da gestanden, wären wir mit voller Geschwindigkeit über eine recht unangenehme Kuppe bis nach Libyen geflogen. So aber hatten wir nur zwei unangenehme Sprünge, wobei wir bei einem irgendwo vorne an der Stossstange landeten.
Immerhin war mein Beifahrer dadurch wieder wach geworden, und so konnten wir bei vollem Bewusstsein unserem ersten Tagessieg entgegenfahren. Im Ziel angekommen bauten wir zuerst unser Zelt auf und warteten auf den zuvor überholten Getränketransporter. Es war schon ein lustiger Anblick, als im südlichsten Tunesien ein roter IFA-LKW mit dem schützenfestüblichen Bieranhänger durchs Ziel rollte. In Windeseile wurde dann von der Orga das Cateringzelt aufgebaut und - wir konnten es nicht glauben - sowohl WC's wie auch ein Duschzelt.
Im Laufe der Zeit kamen dann alle im Lager an, nur einer fehlte: Peter Hochsieder, unser Konkurrent vom Vormittag, musste mit gebrochener Hinterachse kurz nach dem Re-Start in Ksar Ghilane aufgeben und sein Zelt alleine aufschlagen. Schade Peter - aber nächstes Jahr geht’s weiter.
Am Abend gabs wieder Köstlichkeiten vom Schreck'schen Grill, ausserdem für die Autos Treibstoff vom Tankservice. Dann folgte die allabendliche Fahrerbesprechung. Irgendwie gelang es der Orga und vor allem Jörg Russler, uns vor dem nächsten Tag mit etwas sorgendurchfurchten Gesichtern in die Schlafsäcke krabbeln zu lassen - wurden doch Schauergeschichten über extreme Steilabfahrten - mit Totenköpfen im Roadbook gekennzeichnet - und voraussichtlichen unfreiwilligen Aussenübernachtungen wegen der extremen Strecke erzählt. Aber es kam alles anders - wie immer...
Etappe 5) Bir Aouine - Dünensee - Tembaine - Douz
Start war in aller Frühe um halb sieben - das hiess 5:30 Uhr aufstehen, Auto fertigmachen, Getränke auffüllen und kurz frühstücken. Um Halb sieben dann standen wir am Start und los gings: 180 Kilometer Speziale von Bir Aouine über den sagenumwogenen "geheimen" See, am Tafelberg Tembaine vorbei nach Douz in ziemlich gerader Linie. Bereits kurz nach dem Start standen wir vor den ersten Dünen und zugegebener weise war mir etwas mulmig ob der geschilderten Steilabfahrten.
Nach dem ersten Sandwühlen (unsere Füllanlage hatten wir gottseidank repariert) standen wir vor der besagten ersten Abfahrt. Ich muss sagen, es war einfach wunderschön - landschaftlich. Fahrerisch konnte ich es nicht einordnen, weil die Steil-Abfahrt Ihrem Namen alle Ehre machte und sich selbst irgendwo unter bzw. vor meiner Motorhaube als senkrechter Abgrund (subjektiv empfunden) verbarg - also musste Andreas raus und erst einmal die Lage sondieren bzw. eine halbwegs fahrbare Linie finden. Nach kurzer Zeit kam er wieder in Auto, schnallte sich an und sagte nur: "Fahr!". Wie "Fahr"? "Fahr einfach - geht schon".
Nun gut, nach 4 Tagen hatte ich mich zumindest ansatzweise daran gewöhnt, dass ich nichts mehr zu melden hatte und der Beifahrer die Kommentare gab. Also fuhr ich - die Haube senkte sich, und irgendwo vor der Windschutzscheibe tauchte der Talgrund auf. Und wider Erwarten war es ein grossartiges Surfen auf einer Sandwelle - am liebsten wäre ich noch einmal zurück. Aber Andreas kam meinem Wunsch entgegen und meinte: Da sind noch genügend von der Sorte im Roadbook angekündigt. Prima, der Tag versprach lustig zu werden!
Auch meine Sorge, dass wir die Spur legen mussten war unbegründet, denn in der Nacht zuvor fuhr ein Orga-Fahrzeug die Strecke ab und hinterliess seine Abdrücke. Der Spur blind zu folgen wäre leichtsinnig gewesen - aber sie stimmte zu unserer Beruhigung mit dem Roadbook überein. So konnten wir gut Gas geben, hatten keinerlei Probleme im Sand und zogen unseres Weges. Erleichternd kam auch noch hinzu, dass es in der Nacht zuvor geregnet hatte und wir durch den frühmorgendlichen Start in den Genuss des relativ festen Untergrundes kamen.
Im Auto war grossartige Stimmung, das selbige lief wieder problemlos und die Reifen klebten am Sand. Nach wenigen Stunden tauchte dann der See vor uns auf - was war das für ein innerer Parteitag, so früh schon dort einzutreffen. Offensichtlich hatte das dortige DK-Personal noch nicht wirklich mit uns gerechnet, denn aus der Ferne sahen wir sie sich hastig ihre orangenen Warnwesten anziehen und zu den Schildern laufen.
Es war ein tolles Gefühl, am See zu sein - gerne wären wir ausgestiegen und ins warme Wasser gesprungen, so, wie ich es auf einer Tour im Jahr zuvor schon gemacht hatte. Aber leider fuhren wir Rally - also nix Pause, sondern "Pedal to the Metal" - weiterging es, Düne rauf, Düne runter usw. Irgendwann tauchte dann Uli Müller im Rückspiegel auf - er fuhr wie der Teufel. Wir nahmen die Kampfansage an - offensichtlich hatte ich es zu gemütlich angegangen. So brausten wir im Zweikampf zur nächsten DK am Tembaine. Wow - nur ein paar Stunden nach dem See waren wir schon am Tafelberg! 2006 hatten wir dafür mehrere Tage gebraucht, mit ortskundigem Führer!
Nach der Tembaine-DK legte Uli irgendeinen Schalter im Auto oder im Kopf um - das Tempo steigerte sich beachtlich und so kämpften wir uns durch die kleinen aber gemeinen Dünen Richtung Ost-Kante des Nationalparks J´bil. Dort ging dann der Zweikampf weiter - mal der eine vorne, mal der andere. Erst als wir die Piste zum Cafe "Port du Desert" erreichten, konnten wir Uli langsam hinter uns lassen. Auf dieser Piste konnten wir endlich noch einmal so richtig Gas geben. Zwar war die Hauptpiste völlig zugeweht, daneben jedoch war eine schön zu fahrende "Ersatzspur". Nach 6 Stunden, 57 Minuten und 18 Sekunden kamen wir dann durchs Ziel kurz vor Douz. Und Uli Müller? Der war uns direkt auf den Fersen - 29 Sekunden später flog auch er durch die Lichtschranke (nur nochmal wiederholt: Nach 180 Kilometern Speziale ein Zeitabstand von 29 Sekunden!).
Es war ein grossartiger Tag gewesen - vor allem natürlich, weil wir wieder den Tagessieg errungen hatten, aber auch, weil die Fahrt so aussergewöhnlich schön war und wir die Mörder-Strecke so schnell bewältigt hatten. Ich glaube, diejenigen, die im Gegensatz zu uns beiden vorher noch nie am "See" waren (wir hatten das 2006 wie gesagt mal im Rahmen einer Tour auf uns genommen), die wissen gar nicht, was von allen, die die Etappe bewältigt haben, da geleistet wurde. Diese Strecke an einem Tag, manche sogar in unter 8 Stunden, das erlebt man maximal ein Mal im Leben!
Danach ging es ins Hotel, und dann war Mittagschlaf angesagt. Am Abend dann noch das gewohnt umfangreiche Buffet und die Fahrerbesprechung, in der wir erfuhren, dass es alle ausser einem Team ins Ziel geschafft hatten und auch das Orgateam vom See auf dem Weg ins Hotel war. Damit hatte Jörg Russler nicht gerechnet - hatte das Wetter ihm doch einen Strich durch die Rechnung gemacht, heute Abend nur vor kleiner Teilnehmerzahl zu sprechen...
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es_4.7227.0.html#7705)
Bilder (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_bilde rgallerie_zur_serie_teil_4_1_1 8.7229.0.html#7707)
Bilder (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_bilde rgallerie_zur_serie_teil_4_2_1 8.7230.0.html#7708)
Gruss Ruedi
Maulwurf
27.06.2007, 21:12
@Ruedi: danke fürs Reinstellen!!!:)
Anfangs fühlte ich mich über die Ausgestaltung zur "Premiere" einer Serie geehrt- allerdings finde ich jetzt, dass die Stückelung des Textes der Sache etwas den Faden nimmt...:(
Grüße, Franz
nimmt die Spannung irgendwie:(
man vergisst manche Zusammenhänge
Maulwurf
27.06.2007, 22:29
nimmt die Spannung irgendwie:(
man vergisst manche Zusammenhänge
ja- leider. :mad:
Nun kann man es ja zusammenhängend lesen. :p
Ich finde es klasse geschrieben, Franz, Danke! :klatsch_2
Gruß
andreas
Touareg V
05.07.2007, 10:32
Leider der letzte Beitrag von dieser Serie.
Die Rally aus der Sicht eines Rookies
http://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/typo3temp/pics/771583046e.jpg (http://www.marathonrally.com/news/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F070628_g randerg1.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3CBODY%20style%3D%22m argin%3A%202%3B%20background%3 A%20%23b18b67%3B%22%3E&title=marathonrally.com&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascri pt%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7 C%20%3C%2Fa%3E&md5=e5929435e2f01f6ef0c635d673 1e295f)
http://www.marathonrally.com/news/clear.gifhttp://www.marathonrally.com/news/typo3temp/pics/a76caeba69.jpg (http://www.marathonrally.com/news/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F070628_g randerg2.jpg&width=800m&height=600m&bodyTag=%3CBODY%20style%3D%22m argin%3A%202%3B%20background%3 A%20%23b18b67%3B%22%3E&title=marathonrally.com&wrap=%3Ca%20href%3D%22javascri pt%3Aclose%28%29%3B%22%3E%20%7 C%20%3C%2Fa%3E&md5=c9cdb45cb9cbbadbf123f8c8df db1a20)
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Eine Premiere bei marathonrally.com: Eine Serie. Rally-Rookie (aber kein Wüstenneuling) Franz Brenken beschreibt seine erste Rallyteilnahme bei der vor wenigen Wochen beendeten "Marathonrally Grand Erg" in Tunesien. Brenken hat viel zu erzählen - und das in einer interessant-amüsanten Form, so das wir uns entschlossen haben, nichts wegzulassen und seinen Bericht in kleinen Teilen als Serie zu veröffentlichen. Nebenbei verkürzen wir so ein wenig die Wartezeit auf die Dresden-Breslau 2007.
Hier nun Teil 5 - der letzte Teil - des Rallyberichts von Franz Brenken (es handelt sich hierbei um die Geschichte und Meinung eines Teilnehmers und stellt daher nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Passagen in kursiv gehalten):
Etappe 6) Douz - Douz
Für den nächsten Tag war ein wenig ausschlafen angesagt - Start war erst um 10:00 Uhr und die Strecke betrug nur moderate 81 Kilometer, die allerdings fast ohne GPS-Koordinaten rein nach Roadbook / Tripmaster zu fahren waren. Wir hatten bereits unser Maximum erreicht - weiter nach vorne konnten wir aufgrund der Strafstunden der ersten zwei Tage nicht mehr kommen. Also galt es unsere Gesamtposition zu halten und das Auto etwas zu schonen - was allerdings immer nur in der Theorie gelingt (mir zumindest - praktisch ist dann doch der Ehrgeiz wieder da, Gas zu geben).
Wir durften wieder als Erste starten. Die ersten Kilometer waren Pisten bzw gespurte Pfade, dann jedoch kam ein Punkt, wo mein Navigator schier verzweifelte. Wir fuhren diesen Punkt dreimal neu an, und immer wieder fehlte uns ein Anschluss an die nächste Abbiegemöglichkeit. Leider konnten zwei Fahrzeuge diese unsere Irritation nutzen. Da wir einfach nicht klarkamen mit diesem Punkt bzw. dem weiteren Verlauf, folgten wir den beiden blind, bis wir in der Ferne eine DK sahen, die wir dann, weil die anderen beiden sich zwischenzeitlich auch etwas verfranzt hatten, als erste anfuhren. Dank der danach kommenden Strassenquerung hatten wir im Roadbook wieder einen Ansatzpunkt, dem wir dann folgen konnten. Was aber bis dahin geschehen war, dass wir mit dem Roadbook nicht klarkamen, war uns zunächst nicht klar.
Im Dreierpack ging es dann nach bewährtem Muster weiter: Mal der eine vorne bis zur nächsten Beifahrerirritation, dann der nächste. So ging es eine Zeitlang, bis sich auf den schnellen Pisten die anderen beiden absetzen konnten - dafür war der Mole einfach nicht schnell genug. Ausserdem waren wir etwas verwirrt, weil eine extra angegebene DK nicht da stand, wo sie sein sollte. Waren wir etwa zu früh? Es nutzte nichts, wir mussten weiter, nachdem wir in alle Himmelsrichtungen gesucht hatten. 14 Minuten nach dem ersten überquerten wir dann als Dritte die Ziellinie. Dort löste sich dann das Rätsel unseres Roadbooks: Zwei Seiten klebten zusammen, so dass Andreas sie immer wieder überblätterte. Und auch das Rätsel der DK wurde gelöst: Wir waren tatsächlich zu schnell, erst nach uns wurde sie aufgebaut. Nachdem die Orga aber unsere (und die der Zwei vor uns) Tracks ausgelesen hatte und feststand, dass wir richtig gefahren waren, bekamen wir keinerlei Zeitstrafen.
Dieser Tag endete recht stressfrei - mit einem gemütlichen Grillen aus Karls Unimog und - wie immer - den obligatorischen Kölsch. (Wohlgemerkt: Alle Barbeque- und Chillout-Events ausserhalb der Hotel-Bar gingen während der ganzen Rally auf´s Haus. Wie angenehm, wenn einen der Veranstalter nicht bei jeder Kleinigkeit zur Börse greifen lässt!)
Etappe 7) Douz - Nabeul
Der letzte Rallytag - so lange wir auf die Rally gefiebert hatten, so schnell war sie vorbei. Heute erwartete uns nicht nur 76 Kilometer Speziale, sondern danach noch 400 Kilometer Verbindungsetappe nach Nabeul, dem eigentlichen Ziel.
Der Start zur Speziale lag nördlich von Douz. Wir hatten wieder das ganze Gepäck im Auto, mussten also bedenken, dass wir mit einigem Gewicht mehr auf der Hinterachse fuhren. Aber anderen ging es ebenso, darum sorgten wir uns nicht zu sehr. Wir starteten von Position 3 und fuhren lange Zeit kreuz und quer durch eine Kamelgrasebene. Hier war vor allem der Navigator gefordert - ich brauchte nur Gas geben. Irgendwann überholte uns der Pajero der Jägers - aber wo war Uli Müller?
Kaum dass wir uns die Frage gestellt hatten bekamen wir die Antwort über Funk (also doch: Funk funkt - schei.. auf die 10 Gramm!): Motorschaden, direkt 500 Meter nach dem Start. Schade - war somit unser direkter Kontrahent ausgefallen. Also folgten wir der unfreiwilligen Einladung der Jägers zum Kampf, als sie sich etwas verfuhren und wir sie dadurch wieder überholen konnten.
Nun wähnten wir uns relativ sicher, kamen wir doch ins Gebirge, wo ein Überholen erst einmal nicht möglich war. Eine tolle Strecke hatte Jörg da für uns ausgesucht, entlang durch die Pferdemaulschlucht, unterbrochen immer wieder durch kleine aber gemeine Gräben, an deren Böschung wir den Abdruck der Unterfahrschutzplatten der Vorausfahrenden erkennen konnten. Diese waren aber schon so weit vor uns, dass wir sie nicht sehen, geschweige denn überholen konnten. Aber die Jägers klebten plötzlich wieder an unserem Heck, wo wir leider keine Steinschlagschutz-Lappen mehr hatten - die lagen zerrissen im Heck unseres Autos. Irgendwo vor dem Ziel liess ich sie durch - sie waren einfach schneller und ohne Spritzlappen auf dieser steinigen Piste wäre ein Nichtdurchlassen nicht nur unfair, sondern auch gefährlich gewesen. Wir kamen als glückliche vierte ins Ziel, mit 37 Minuten Rückstand auf die Führenden.
Und der heiss-umkämpfte Gesamtsieg? Der ging verdientermassen an Frank Henning und Beifahrer Uli Leardi (Toyota Landcruiser), vor Jakoby/Untersteller (Mitsubishi Pajero). Und auch hier aufgemerkt: Nach genau 812 Kilometern Spezialetappen, die während der vergangenen Woche gefahren worden waren, trennten die beiden ersten Teams sage und schreibe 2 Minuten Fahrzeit!
Nach intensivem Schulterklopfen aller Schultern, die wir fanden - immerhin waren wir heil durch die letzte Speziale gekommen und hatten unsere erste Rally bis hierhin ohne Probleme bestanden - machten wir uns dann auf den Weg nach Nabeul. Was waren das lange Kilometer dort hinauf in den Norden. Wieder vorbei an den libyschen Dieselverkaufsstellen, vorbei an der "Fressgasse", wo kilometerlang Kamelkopf neben Schafsfell neben Schafsherde neben teuflisch scharfen Früchten usw. hing - dann endlich auf die Autobahn bis zur Abfahrt Hammamet und dort dann plötzlich noch eine ZK. Eine ZK? Ja, für das Regrouping (und tatsächlich hat hier noch ein Team, das ungenannt bleiben soll, für eine Verspätung, ausgelöst durch eigenmächtiges Hammel-Essen, 6 Strafminuten kassiert). Dort wurden alle Autos eingefangen, um dann im geordneten Konvoi mit Polizeieskorte ins Hotel zu fahren.
Was aber war das für ein Hotel, das uns da erwartete? Es wurde sehr geheimnisvoll getan, wir wussten nur, es war ein Club am Strand von Nabeul namens Aldiana. Wow - was war das dann für ein überwältigender Empfang vor einem wunderschönen Hotel. Hunderte von Menschen, die uns beklatschten, überall hingen vom Hotel angefertigte Begrüssungsbanner mit dem Rally-Logo, und das Beste: Überall waren Stände mit köstlichen Fressalien aufgebaut. Ohne Unterbrechung gings zur Sektdusche der drei Siegerautos, und dann konnte das vorbereitete Essen geplündert werden. Ich kann nicht mehr sagen, was es alles gab, aber es fehlte eigentlich an nix. Dass es noch eine Steigerung geben könnte erfuhren wir erst am Abend...
Zuerst aber bezogen wir unsere wirklich exklusiven Zimmer, erforschten den Club und genossen einen Drink an der Strandbar. Und dann kam das Abendessen - oder besser der abendliche Gang ins Schlaraffenland. Man sass unter freiem Himmel und ging nichtsahnend zum "Buffet" - diese entpuppte sich als eine Vielzahl von kleinen Ständen, hinter denen frisch gekocht, angerichtet und verziert wurde. Überall standen gefüllte Teller oder Platten rum, und es gab nichts, was es nicht gab. Wahnsinn! Ich stürzte mich also immer wieder mit neuen Tellern in das Fresslabyrinth, und entdeckte jedes Mal etwas neues. Irgendwann dann sagte das Auge "nochmal - los jetzt" aber der Bauch stöhnte "stop - aus die Maus!".
Wie um alles in der Welt sollte ich jetzt noch zur Siegerehrung und danach auch noch zur Strandparty kommen? Aber Pausen waren nicht vorgesehen, also rollten wir mit dicken Bäuchen ins Clubtheater. Dort standen sie - die begehrten Trophäen, und einmal ganz anders: Nicht wie gewohnt hochglanzpolierte Töpfe, sondern ein stilisiertes Sandblech an einen stilisierten Reifen gelehnt. Ok, am Anfang musste ich zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich nicht um den Schattenschnitt eines Weltkulturerbe-Industriedenkmals handelte. Aber nach genauem Hinschauen fand ich die Idee der Umsetzung des Rally-Themas sehr gelungen.
Die Siegerehrung wurde wie angekündigt zum Wohle aller recht schnell vollzogen - ebenso die Überreichung des Abschiedsgeschenkes an Alle: Ein Gürtel mit dem Logo der Grand Erg auf der Schnalle. Herzlichen Dank dafür! Dann endlich ging es an die Strandbar zur Party. Dort warteten schon die Siegerautos auf uns und Ihre Besatzungen auf die Drinks. Bis in den frühen Morgen - genauer gesagt und auf Einzelfälle zutreffend bis zur Abfahrt - wurde gefeiert und getrunken (nur nebenbei erwähnt: "all-inclusive", wieder nix zahlen).
Am nächsten Tag schleppten wir das, was von unseren stählernen Hüllen vom Beginn der Rally noch übrig war, zu den Autos und liessen uns von ihnen auf die Fähre bringen. Die Verschiffung klappte problemlos, alle die die Rückfahrt gebucht hatten rollten an Bord. Auf dem LKW-Deck kam es dann doch noch zu einem kurzen, aber angenehmen Arbeits-Einsatz, weil der Boecken-MAN noch einige Liter Bier in seinem Bauch hatte und diese auf das Achterdeck der Fähre geschafft werden mussten. Schliesslich sollte ja nichts zurück nach Hause gebracht werden. Die Blicke der Kellner, als die ganzen Fässer an ihnen vorbeigeschleppt wurden, sind unvergessen; ebenso ihre Hände, die immer wieder aus der rückwärtigen Tür leere Gläser reichten und frisch gefüllt in selbiger verschwanden. Ein Wunder, dass das Schiff noch geradeaus fuhr...
Auch in Genua klappte alles reibungslos und auffallend schnell, so dass wir bereits kurz nach dem Anlegen mit dem grossen Heulen beginnen konnten: Dem Verabschieden. Aber auch das ging relativ schnell über die Bühne - erinnerte doch ein Hupkonzert aus dem Zollbereich daran, dass wir die Hafenausfahrt verstopften. So fuhren wir in Erinnerungen an eine wunderschöne und aufregende Woche schwelgend gen Heimat, wo wir zwei Tage später ohne irgendwelche Schäden ankamen. Es war ein tolles Abenteuer, das wir gut überstanden haben und dabei einen stolzen 6. Platz erringen konnten. Und eines ist sicher - im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!
Quelle (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_die_r ally_aus_der_sicht_eines_rooki es_5.7252.0.html#7764)
Bilder (http://www.marathonrally.com/news/grand_erg_serie_premiere_bilde rgallerie_zur_serie_teil_5_18. 7253.0.html#7765)
Gruss Ruedi