Touareg V
12.11.2005, 14:08
Hat zwar nichts mit Offrod zutun, aber trotzdem interessant.
Planungschef Michael Fürbringer sieht im Bugatti-Projekt auch eine Aufwertung des Volkswagenstandorts Salzgitter
BEDDINGEN. Michael Fürbringer fühlt sich geehrt: "Der Bau dieses Aggregats ist ein Ereignis, das wir nur einmal erleben werden". "Und das", so sagt der Leiter Planung Neuvorhaben und Pilothalle im Volkswagenwerk Salzgitter zur SZ, "ist für uns eine Auszeichnung." So sehen es nach seinen Worten auch die 14 Kollegen, die hier den stärksten Serienmotor aller Zeiten produzieren – den W16.
Das W steht für die Zusammenführung zweier Achtzylinder-V-Motoren, 16 beträgt die Gesamtzahl der Zylinder. Bereits Mitte 2003 begann in der streng gesicherten Pilothalle die Entwicklung und Herstellung von Prototypen und Versuchsmotoren. Ein aus zwei Mitarbeitern bestehendes Team setzt jeweils einen Motor zusammen, die anderen zwölf Beschäftigten bilden ein weiteres Team aus Logistikern, Arbeitsvorbereitern und Qualitätssicherern.
"Für dieses Projekt ist auch viel Herzblut nötig"
Der W16 ist zwar eine Neuentwicklung, basiert jedoch auf dem bewährten Konzept des W12. Dieser Zwölfzylinder-Motor leistet bereits im Phaeton, Touareg, Bentley und im Audi A8 zuverlässigen Dienst. Fürbringer: "Die Mitarbeiter wurden nicht nur wegen ihres großen Fachwissens und ihrer vieljährigen Erfahrung ausgewählt. Für dieses Projekt ist auch reichlich Herzblut nötig."
Am 3. September dieses Jahres fiel der offizielle Startschuss für die Serienfertigung des W16. Die wöchentliche Kapazität liegt bei zwei Motoren, bislang verließen zehn Serienaggregate das Werk im Stadtteil Beddingen. Dass es lediglich 300 Serienfahrzeuge (und damit ebenso viele Motore) geben wird, stört den Planungschef überhaupt nicht: "Ich sehe darin auch eine Aufwertung und Sicherung des Volkswagen-Standorts Salzgitter."
Die technischen Details dieser Monster-Maschine lesen sich wie ein Absatz aus dem Guinness Buch der Rekorde (siehe Fakten). Mit 1001 PS, vier Turboladern und acht Litern Hubraum stärker als jeder Lastwagenmotor beschleunigt sie den Bugatti Veyron aus dem Stand in 2,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Die sieben Gänge werden manuell geschaltet – ohne Zugkraftunterbrechung. Das Höchsttempo beträgt 407 Stundenkilometer, womit er das schnellste auf Straßen zugelassene Auto der Welt ist.
Der Allradantrieb des Bugattis bringt ein maximales Drehmoment von 1250 Newtonmetern auf die Straße. Das entspricht der Kraft, die nötig ist, um ein 1,25 Tonnen schweres Gewicht einen Meter weit zu schieben. Macht Fürbringer aus derlei Daten keinen Hehl, hält er sich bei der Frage nach dem Preis dieses Super-Triebwerks allerdings eher bedeckt. Nur soviel war ihm zu entlocken: Er liege im sechsstelligen Euro-Bereich und entspreche dem Gegenwert einer schönen Eigentumswohnung.
"Schubkraft drückt einem die Luft aus den Lungen"
Kein Geheimnis hingegen ist der Preis des Wagens: Eine Million Euro plus Mehrwertsteuer. Dafür werden dessen Käufer am Produktionsort im elsässischen Molsheim buchstäblich in Watte gewickelt. "Die Sitze können den individuellen Körpermaßen angepasst werden", berichtet Michael Fürbringer. Zudem gebe es ausführliche Einweisungen. Dann schildert der Planer, wie er seine persönliche Probefahrt mit dem Bugatti Veyron 16.4 empfunden hat: "Die Schubkraft drückt einem regelrecht die Luft aus den Lungen."
Doch während vergleichbare Formel-I-Motoren nur zwei Rennen halten müssten, sei die Lebensdauer des W16 auf unendlich ausgelegt. So holten Rennaggregate ihre Beschleunigung aus bis zu 19 000 Kurbelwellen-Umdrehungen pro Minute. "Unser W16 bringt es da gerade mal auf 6000 Touren", erklärt der Experte. Diese und viele andere Daten sowie den Namen des jeweiligen Monteurs enthält übrigens eine aufwändige, detaillierte Dokumentation, die jeder Maschine beigefügt wird.
Schade nur, dass kaum jemand einmal einem echten Bugatti Veyron und noch weniger dessem Motor auf der Straße begegnen wird. Denn die meisten dieser technischen Meisterwerke dürften wohl auf Nimmerwiedersehen in den Luxus-Garagen dieser Welt verschwinden. Allzu verständlich daher die Reaktion einiger Autofahrer, als kürzlich ein Test-Bugatti an einer Wolfsburger Tankstelle stoppte: Auf der Straße gab es einen Auffahrunfall.
Quellle klick (http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2163/artid/4729207)
http://www.newsclick.de/img/trans.gifhttp://www.newsclick.de/img/trans.gifhttp://www.newsclick.de/img/trans.gifhttp://www.newsclick.de/servlet/BV2/4729208/WEB
Planungschef Michael Fürbringer sieht im Bugatti-Projekt auch eine Aufwertung des Volkswagenstandorts Salzgitter
BEDDINGEN. Michael Fürbringer fühlt sich geehrt: "Der Bau dieses Aggregats ist ein Ereignis, das wir nur einmal erleben werden". "Und das", so sagt der Leiter Planung Neuvorhaben und Pilothalle im Volkswagenwerk Salzgitter zur SZ, "ist für uns eine Auszeichnung." So sehen es nach seinen Worten auch die 14 Kollegen, die hier den stärksten Serienmotor aller Zeiten produzieren – den W16.
Das W steht für die Zusammenführung zweier Achtzylinder-V-Motoren, 16 beträgt die Gesamtzahl der Zylinder. Bereits Mitte 2003 begann in der streng gesicherten Pilothalle die Entwicklung und Herstellung von Prototypen und Versuchsmotoren. Ein aus zwei Mitarbeitern bestehendes Team setzt jeweils einen Motor zusammen, die anderen zwölf Beschäftigten bilden ein weiteres Team aus Logistikern, Arbeitsvorbereitern und Qualitätssicherern.
"Für dieses Projekt ist auch viel Herzblut nötig"
Der W16 ist zwar eine Neuentwicklung, basiert jedoch auf dem bewährten Konzept des W12. Dieser Zwölfzylinder-Motor leistet bereits im Phaeton, Touareg, Bentley und im Audi A8 zuverlässigen Dienst. Fürbringer: "Die Mitarbeiter wurden nicht nur wegen ihres großen Fachwissens und ihrer vieljährigen Erfahrung ausgewählt. Für dieses Projekt ist auch reichlich Herzblut nötig."
Am 3. September dieses Jahres fiel der offizielle Startschuss für die Serienfertigung des W16. Die wöchentliche Kapazität liegt bei zwei Motoren, bislang verließen zehn Serienaggregate das Werk im Stadtteil Beddingen. Dass es lediglich 300 Serienfahrzeuge (und damit ebenso viele Motore) geben wird, stört den Planungschef überhaupt nicht: "Ich sehe darin auch eine Aufwertung und Sicherung des Volkswagen-Standorts Salzgitter."
Die technischen Details dieser Monster-Maschine lesen sich wie ein Absatz aus dem Guinness Buch der Rekorde (siehe Fakten). Mit 1001 PS, vier Turboladern und acht Litern Hubraum stärker als jeder Lastwagenmotor beschleunigt sie den Bugatti Veyron aus dem Stand in 2,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Die sieben Gänge werden manuell geschaltet – ohne Zugkraftunterbrechung. Das Höchsttempo beträgt 407 Stundenkilometer, womit er das schnellste auf Straßen zugelassene Auto der Welt ist.
Der Allradantrieb des Bugattis bringt ein maximales Drehmoment von 1250 Newtonmetern auf die Straße. Das entspricht der Kraft, die nötig ist, um ein 1,25 Tonnen schweres Gewicht einen Meter weit zu schieben. Macht Fürbringer aus derlei Daten keinen Hehl, hält er sich bei der Frage nach dem Preis dieses Super-Triebwerks allerdings eher bedeckt. Nur soviel war ihm zu entlocken: Er liege im sechsstelligen Euro-Bereich und entspreche dem Gegenwert einer schönen Eigentumswohnung.
"Schubkraft drückt einem die Luft aus den Lungen"
Kein Geheimnis hingegen ist der Preis des Wagens: Eine Million Euro plus Mehrwertsteuer. Dafür werden dessen Käufer am Produktionsort im elsässischen Molsheim buchstäblich in Watte gewickelt. "Die Sitze können den individuellen Körpermaßen angepasst werden", berichtet Michael Fürbringer. Zudem gebe es ausführliche Einweisungen. Dann schildert der Planer, wie er seine persönliche Probefahrt mit dem Bugatti Veyron 16.4 empfunden hat: "Die Schubkraft drückt einem regelrecht die Luft aus den Lungen."
Doch während vergleichbare Formel-I-Motoren nur zwei Rennen halten müssten, sei die Lebensdauer des W16 auf unendlich ausgelegt. So holten Rennaggregate ihre Beschleunigung aus bis zu 19 000 Kurbelwellen-Umdrehungen pro Minute. "Unser W16 bringt es da gerade mal auf 6000 Touren", erklärt der Experte. Diese und viele andere Daten sowie den Namen des jeweiligen Monteurs enthält übrigens eine aufwändige, detaillierte Dokumentation, die jeder Maschine beigefügt wird.
Schade nur, dass kaum jemand einmal einem echten Bugatti Veyron und noch weniger dessem Motor auf der Straße begegnen wird. Denn die meisten dieser technischen Meisterwerke dürften wohl auf Nimmerwiedersehen in den Luxus-Garagen dieser Welt verschwinden. Allzu verständlich daher die Reaktion einiger Autofahrer, als kürzlich ein Test-Bugatti an einer Wolfsburger Tankstelle stoppte: Auf der Straße gab es einen Auffahrunfall.
Quellle klick (http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2163/artid/4729207)
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