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Touareg V
14.01.2008, 05:33
Dakar 2009: Es wird viel passieren - die Dakar 2009 kommthttp://www.marathonrally.com/spacer.gif


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"Amaury Sport Organisation" (A.S.O.)-Chef Patrice Clerc hat es derzeit nicht leicht. Von der französischen Presse musste er sich vergangene Woche Fragen gefallen lassen, ob der Sportveranstalter noch ernst zu nehmen sei. Denn die Absage der Dakar ist nach den Doping-Problemen bei der Fahrradveranstaltung "Tour de France" der zweite grosse Rückschlag für das Unternehmen.

Die A.S.O. ist keine kleine Firma. Sie gehört zu der französischen Presse-Gruppe E.P.A. (Philippe Amaury Publications), die auch die Zeitungen und Magazine "L´Equipe", "Le Parisien", "Aujourd´hui", "France Football", "L´Equipe Magazin" und "Vélo Magazin" herausgibt und mit "L´Equipe TV" auch über einen TV-Sender verfügt. Neben der "Dakar" und "Tour de France" organisiert die A.S.O. u.A. auch den "Paris Marathon", die Golf-Veranstaltung "Open de France" sowie den Reitwettbewerb "Ride Normandie".

"Die Dakar wird weiterleben - Sie werden überrascht sein"

Die A.S.O. und ihr Chef gehen jetzt in die Gegenoffensive: "Die Dakar wird weiterleben!" verkündete Patrice Clerk in einem Interview mit der Zeitung "L´Equipe" am Freitag. "Wir sind derzeit mit Hochdruck in der Planungsphase und werden bereits in den kommenden Tagen ein Ergebnis bekanntgeben. Sie werden überrascht sein, wie schnell wir eine Lösung präsentieren können."

Den Teilnehmern verspricht er eine schnelle finanzielle Abwicklung: "Alle Gelder, die von den Teilnehmern an die A.S.O. gezahlt wurden, z.B. die Startgelder, werden zurückerstattet. Wir versuchen das so schnell wie möglich zu erledigen, damit die Teilnehmer nicht in finanzielle Probleme geraten. Nicht nur wir, jeder hat Federn lassen müssen. Einige hatten zum Glück eine Versicherung für eine eventuelle Absage. Wir alle sind Opfer dieser schrecklichen terroristischen Bedrohung geworden."

Ein Plan B "wäre in diesem Fall unmöglich gewesen"

Clerc verteidigte gegenüber der Zeitung auch die Vorwürfe, es habe keinen "Plan B" gegeben: "Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, einzelne Strecken oder Abschnitte zu neutralisieren. Ich will nicht ironisch klingen, aber in diesem Fall hätte das bedeutet, in Portugal zu starten, dann alle in ein Flugzeug zu verladen und nach Dakar zu fliegen."

Eine der beiden geplanten Strecken in Portugal hätte zudem wetterbedingt (Schlamm) nicht gefahren werden können. Und vertraut man auf die Aussagen des US-Amerikaners Ronn Bailey, hätte die potentielle Terrordrohung auch für Marokko gegolten, was versicherungstechnische Probleme aufgeworfen hätte.

Spritversorger Total soll bereits vorher abgebaut haben

Nach einem Bericht des portugiesischen Automagazines "Auto Sport" war die A.S.O. angeblich noch von einer ganz anderen Seite her gezwungen, den Start abzusagen. So soll der Spritversorger "Total", ein staatliches Unternehmen, bereits am Morgen des 4. Januar begonnen haben, die Spritversorgung auf der Rallystrecke abzubauen. "Auto Sport" spekuliert auf eine direkte Anweisung aus Paris. "Erstaunlicherweise passierte das, während die A.S.O. noch versuchte, den Start zu retten" so das Magazin.

"Wir können Afrika nicht aussen vor lassen"

Schwammige Aussichten machte Patrice Clerc in Bezug auf die neue Streckenführung einer Dakar. "Die Dakar ist traditionell eine afrikanische Rally, wir können Afrika nicht aussen vor lassen. Aber wird dürfen auch nicht mit der Sicherheit spielen" so Clerc. "Wir müssen unseren Horizont erweitern. Unser Planet bietet genug Möglichkeiten, eine Marathonrally über 10.000 Kilometer mit viel Sand zu veranstalten. Es gibt Wüsten in Nord-Afrika, Süd-Afrika, Ost-Afrika, im Nahen Osten, in Asien, Russland, China, der Mongolei, in Australien, Südamerika, Mexiko, in den USA ... "

Ganz vorne mitmachen im Run auf die Dakar wollen die südamerikanischen Staaten Chile und Argentinien. Einen konkreten Vorstoss machte am Freitag die chilenische Regierung: "Jetzt ist wichtig, was die A.S.O. entscheidet, aber wir sind bereit für eine Dakar. Wir arbeiten derzeit an möglichen Streckenvorschlägen" sagt Oscar Santelices, Direktor der nationalen chilenischen Tourismusbehörde. Dabei schliesst man eine Kooperation mit Argentinien, wie sie bereits bei der "Por las Pampas / Patagonia-Atacama" Rally praktiziert wird, nicht aus. Vertreter Chiles und Argentiniens sollen bereits für persönliche Gespräche nach Paris gereist sein.

Französische Regierung bevorzugt weiterhin Afrika

Die Zeitung "L´Equipe" vermutet, das man primär eher doch auf Afrika schiele. Infrage kämen nach Angaben der Zeitung Libyen, West-Namibia, die Kalahari Wüste in Botswana - und ausserhalb von Afrika vor allem Osteuropa, Australien und die Mongolei. Das französische Magazin "Raid Live" spekuliert hingegen auf Süd Amerika.

Ende vergangener Woche meldete sich die französische Regierung zu Wort. Der Staatssekretär für das Sport-Ressort, Bernard Laporte, kündigte an, man werde sicherstellen, das die Dakar 2009 stattfindet. Allerdings sollte Afrika als Austragungsort beibehalten werden, "sonst wäre es keine Dakar." "Wir werden das mit der A.S.O. besprechen und eine Lösung finden."

Die Unterstützung der Regierung sei aber nicht finanzieller Art. Gegenüber RTL Frankreich meinte Laporte, es sei nicht Aufgabe des Landes, eine unternehmerisch organisierte Veranstaltung zu finanzieren. "Der Veranstalter hat die Rally abgesagt, nicht die Regierung. Dennoch war die Entscheidung mutig und richtig" so Laporte.

Start in Budapest 2009 etwa schon sicher?

Glaubt man der ungarischen Zeitung "Pester LLoyd", ist ein Dakar Start 2009 in Ungarn bereits beschlossene Sache. "Die Rally Dakar startet 2009, wenn, dann in Ungarn" titelt die Zeitung am Morgen des 14. Januar. Nach Angaben der Zeitung verkündete Staatssekretär István Újhely bereits den Start "nach einem Jahr anstrengender Verhandlungen". Allein für die Lizenzgebühr würde Ungarn 2 Millionen Euro an die A.S.O. zahlen, heisst es weiter.

Offiziell gibt es dazu (zumindest bis zum Morgen des 14. Januar) aus Paris keine Stellungnahme: "In etwa 10 bis 15 Tagen werden wir ein Ergebnis bekanntgeben" meint Patrice Clerc.

Kommt der "Dakar Cup" schon 2008?

Gemäss eines Berichtes der französischen Fach-Journalistin Marie-France Estenave werde die A.S.O. in wenigen Tagen den Start eines "Dakar-Cups" bekanntgeben. Der "Dakar-Cup" ist schon länger als Alternative zum FIA Marathonrally Worldcup im Gespräch - und anders als beim Worldcup sollen alle drei grossen Teams, Mitsubishi, Volkswagen und X-Raid BMW den kompletten Cup fahren. Nach Informationen Estenaves plant die A.S.O. den Dakar-Cup wie auch die Dakar 2009 eng in Kooperation mit den drei grossen Teams.

Wie genau der Dakar-Cup aussehen würde, wird nur spekuliert. So sollen vorab vorab zwei Läufe geplant sein, einer in Osteuropa und einer in einer Wüstenregion. Finale wäre dann als dritte Veranstaltung die Dakar Rally 2009. "Allerdings wäre das ein wenig unsportlich gegenüber der FIA, die ihren Worldcup schon seit Ende vergangenen Jahres bekanntgegeben hat" so Estenave im Magazin "Raid Live".


Quelle (http://www.marathonrally.com/news/dakar_2009_es_wird_viel_passie ren_die_dakar_2009_kommt.8776. 0.html#9431)

Gruss Ruedi

sgm
15.01.2008, 13:07
Dakar-Umzug nach Südamerika beschlossene Sache?

Angeblich soll die ASO bereits einen Vertrag mit einem argentinischen Promoter unterschrieben haben - Nimmt die Dakar den Platz der "Pampas Rallye" ein?
[...]
weiterlesen: http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2008/01/Dakar-Umzug_nach_Suedamerika_beschlo ssene_Sache_08011503.html

Holger
15.01.2008, 13:55
Das wäre ein harter Schlag für Portugal und natürlich auch die afrikanischen Länder.

Touareg V
16.01.2008, 20:59
Dakar 2009: Chile jetzt offiziell Kandidat für die Dakar
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Nach einem Treffen zwischen dem chilenischen Staatssekretär für Sportangelegenheiten Jaime Pizarro und dem Veranstalter der Dakar, der Amaury Sport Organisation (A.S.O.), am 16. Januar ist Chile jetzt offiziell Kandidat für eine Austragung der Dakar 2009. Pizarro übergab einen Brief des chilenischen Präsidenten Michelle Bachelet, in dem er die volle Unterstützung seines Landes zusagte.

Das Land habe sich explizit als einzelnes Austragungsland beworben, könne sich aber eine Kooperation mit dem Nachbarstaat Argentinien vorstellen. In beiden Ländern ist der Offroad-Motorsport populär, mit der "Por las Pampas / Patagonia-Atacama" Rally findet bereits alljährlich ein Lauf zum FIA Marathonrally Worldcup in beiden Ländern statt.

Die argentinische Zeitung "Página 12" wagte sich nach dem Treffen in Paris weit vor und verkündete bereits den "Start der Dakar in Südamerika". Laut der Zeitung sei Südamerika die einzig mögliche Alternative: "In Osteuropa, der Mongolei und China ist es im Januar zu kalt, Dubai ist zu klein und Afrika zu unsicher. Wo sonst ausser in Südamerika sollte die Rally stattfinden?"

Für kurze Nervosität in Pressekreisen sorgte auch die Aussage des Russen Semjon Jakubov, Leiter des russischen Kamaz-Master Teams. Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti erklärte Jakubov: "Die Dakar wird im nächsten Jahr in Südamerika stattfinden. Sie wird in Buenos Aires starten und in Santiago de Chile enden. Von den Veranstaltern hängt nun ab, wie sandig die dortigen Rally-Etappen sein werden."

Auch in der französischen Presse wird eine Austragung in Süd Amerika heftig diskutiert. Die nackten Fakten sprechen gegen den Austragungsort, das beginne schon bei der Sprachbarriere. Eine französisch-organisierte Rally in einem spanisch-sprachigen Land halten nicht nur viele Franzosen für ausgeschlossen.

"Ein viel grösseres Problem, das bisher noch kaum angesprochen wurde, ist die Zeitumstellung" berichtet ein französischer Journalist gegenüber marathonrally.com. "Die Dakar ist eine europäische Veranstaltung und wird vor allem in Europa gesehen. Wann bitte sollen denn die TV-Berichte laufen? Um 3 Uhr nachts? Wer schaut dann noch zu? Es ist höchst unwahrscheinlich, das die europäische Presse mitreist, allen voran der TV-Sender France 2. Und ohne Presse in Europa ist die Dakar hier doch nichts mehr wert."

Die Organisatoren der Dakar müssten sich bei einer Entscheidung für Süd Amerika von ihrem bisherigen System komplett verabschieden. "Eine Dakar in Süd Amerika ist dann eine südamerikanische Veranstaltung, keine Europäische. Man braucht neue Sponsoren, ein neues Pressenetzwerk und vor allem neue Teams. Ich glaube nicht, das die Werksteams einem Start in Süd Amerika zustimmen würden. Die fünf Touaregs, die z.B. Volkswagen bei einem Start in Chile mehr verkaufen würde, rechtfertigen sicher nicht ein Budget von geschätzten 60 Millionen Euro" heisst es weiter aus Frankreich.


Quelle (http://www.marathonrally.com/news/dakar_2009_chile_jetzt_offizie ll_kandidat_fuer_die_dakar.877 9.0.html#9434)

Gruss Ruedi

andreas
16.01.2008, 21:05
Na ja, ne Dakar außerhalb von Afrika ist
keine Dakar mehr. Mich würde das dann
genauso sehr interessieren, wie "ein
umgefallener Sack Reis" sonstwo. :(

Das würde die Fahrzeughersteller sicherlich
auch nicht begeistern, da der Aufwand
nochmal wesentlich größer wird. :(

Gruß
andreas

sgm
16.01.2008, 21:49
in der aktuellen Motorsport-aktuell gibt es dazu ein kurzes Interview mit Kris Nissen.

Auszüge:

Frage: Was erwarten Sie? (für die Zukunft)
AW: Wichtig ist zu wissen, wie es mittelfristig mit der Dakar weitergeht. Es geht darum, den Sport mit kalkulierbarem Risiko durchzuführen. So bedauerlich es für die Länder in Nordafrika sein wird, aber auch wir denken, dass neue Regionen auf anderen Kontinenten überdenkenswerte Alternativen sind

Von daher denke ich mal, dass es falsch ist, wenn man Südamerika von vornherein ausschließt und davon ausgeht, dass die Werke dort nicht mehr fahren würden.

Was mich wundert ist, dass noch niemand vom südlichen Afrika als Alternative gesprochen. In Südafrika und Namibia gibt es bestimmt genug Land um eine Rallye von der Größe der Dakar auszutragen.

Das die Rallye allerdings 2009 wieder durch Nordafrika führt, halte ich für sehr unwahrscheinlich!

Holger
16.01.2008, 22:17
Dann können sie der Rally gleich einen neuen Namen geben und ein neues Konzept entwickeln.
Für die großen Teilnehmer ist egal, wo auf der Welt sie ihre Rennen fahren, aber die Puplizität ist nicht mit nach Südamerika zu nehmen.

sgm
11.02.2008, 19:04
Dakar 2009 in Argentinien und Chile

Wie erwartet hat die ASO bekannt gegeben, dass der Dakar-Ersatz ab 2009 in Südamerika, nämlich in Argentinien und Chile, stattfinden wird

(Motorsport-Total.com/sid) - Die Rallye Dakar findet vom 3. bis 18. Januar 2009 in Argentinien und Chile statt. Das gaben die Organisatoren des Wüstenspektakels, das in diesem Jahr in Nordafrika wegen islamistischer Terrordrohungen erstmals abgesagt wurde, am Montag bekannt. Start- und Zielort ist Buenos Aires. Details werden am Dienstag am Präsidentensitz in der argentinischen Hauptstadt verkündet.
weiterlesen: http://www.motorsport-total.com/rallye/news/2008/02/Dakar_2009_in_Argentinien_und_ Chile_08021102.html

dreyer-bande
11.02.2008, 20:06
Hallo,
egal wo sie letztendlich stattfinden soll.
Das wird nie eine "echte" Dakar werden, nachdem man ihr schon den Start in Paris genommen hat.

Fast so, wie das Wimbledon-Finale auf Sand in Melbourne auszutragen!

Gruß

Hannes

sgm
13.02.2008, 11:55
In der aktuellen Off-Road ist ein längerer Artikel rund um die Absage der Dakar 2008 drin.
Bringt nochmal ein wenig mehr Klarheit in die Hintergründe - lässt mich aber mal wieder mit dem Gedanken zurück, dass die Absage unnötig war und vermutlich aus politischen Gründen erfolgt ist.

Aus irgendeinem Grund scheint die französische Regierung momentan ein Problem mit Mauretanien zu haben. Ist man dort vielleicht nicht mehr bereit, immer nach Pfeife der ehemaligen Kolonialmacht zu tanzen?

Fragen über Fragen :confused: