Touareg V
22.11.2005, 13:01
Knalliges Orange, V8-Kompressormotor, 390 PS. Darauf war das Marketing Land Rovers für den Sport fokussiert. In die zweite Reihe verdrängt wurde dabei - völlig zu Unrecht - die "vernünftige" Variante des Wagens: Jene mit dem 6-Zylinder Diesel. Wir haben sie getestet.
In jenem knalligen Orange hatte sich bereits Anfang 2004 die Konzeptstudie "Range Stormer" präsentiert, ebenso wie einige Monate später die ersten Serienmodelle des Range Rover Sport. Land Rover dokumentierte damit auch optisch den Aufbruch in eine neue, sportliche Ära. Dazu die unglaublichen Leistungsdaten des Neuen: Die lange britische Motorsporttradition war plötzlich und unerwartet wach geküsst.
"Shocking" war wohl dennoch das erste Wort, das den briitschen 4x4-Traditionalisten über die Lippen kam, als sie den Sport zu Gesicht bekamen. Schließlich hatten Sie schon immer "klassische" Range Rover und Defender über Hochmoore und Sumpfwiesen bewegt, allerdings nur in zur Landschaft passenden Lackfarben. Und nun ... ein sportlicher Range Rover in Orange?
In Wirklichkeit war diese Farbwahl natürlich auch ein genialer Marketing-Schachzug von Land Rover. Etwas ganz Neues. Für ein neues Zielpublikum. Ein Farbe, die die Dynamik des Fahrzeuges besser als jede Andere darstellen konnte. Dazu Maschendrahtgrill, gewaltige Aluräder, "supercharged". Ein Feger, ein Aushängeschild. Fast so spektakulär und auffällig wie ein roter Ferrari - oder ein Jaguar E-Type in "british racing green" mit Speichenfelgen.
Nach Durchsicht der ersten Produktprospekte konnte dann der selbst ernannte britische Allradadel durchatmen: Der Range Rover Sport konnte - thank goodness - auch mit dezenter Lackierung, g'scheiter Diesel-Motorisierung und allerfeinster Innenausstattung geordert werden. Als man sich dann noch mit den technischen Schmankerl zur Schaffung der Land Rover-typischen Geländetauglichkeit beschäftigte, wich die Skepsis schnell der Begeisterung.
Genau ein solch "dezentes" Fahrzeug konnten wir testen, den TDV6 in HSE-, also der Topausstattung. Und obwohl uns auch das Knallorange gut gefallen hätte, hatten wir wieder einmal einen Wagen in Bonatti Grey - und das ist auch schon eine kleine Tradition: Der aufmerksamen Leserschaft wird nicht entgangen sein, dass gelaendewagen.at ausschließlich graue Land Rover testet. Ein Schelm, wer Übles denkt ... wir zählen uns eigentlich nicht zu den vordergründig Konservativen. Bei einem Wagen wie dem Range Rover darf es aber schon 'mal die richtige Dosis Luxus sein.
Von Understatement konnte aber aber bei unserem "Earl Grey" keine Rede sein. Dazu wirkt der Wagen schon von außen zu selbstbewusst, mächtig, sportlich - und dennoch elegant. Blanke Aluräder in Kombination mit der spektakulären Linienführung und den schon zum Markenzeichen gewordenen Frontscheinwerfern - eine unverwechselbare Erscheinung, dieser Range.
Was sich außen schon andeutet, wird innen erst ganz offensichtlich: Man nimmt in einem Wagen Platz, der ausstattungsmäßig zum Feinsten gehört, was der 4x4-Markt derzeit zu bieten hat. Einschränkung: Wir sprechen vom Topmodell, dem "HSE": Da gehört dann fast alles serienmäßig dazu, was gut und teuer ist. Fast - denn die Ausstattungsliste lässt sich dennoch praktisch nach Belieben erweitern, bis zum DVD-Entertainment System mit Bildschirmen in den Kopfstützen ist alles machbar, was das Herz begehrt.
Erster optischer Eindruck des Innenraumes: Sehr, sehr britisch und ganz einfach wunderbar sind die Ledersportsitze in hellem Ivory, also "Elfenbein". In Kombination mit den dezenten, aber optisch wirksamen Holzintarsien, dem Metall-Look einiger Komponenten und dem High-Tech-Feeling, das speziell die Mittelkonsole mit dem integrierten Navi-Bildschirm vermittelt, wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Das zum Fahrer orientierte Cockpit passt diesem wie ein Maßhandschuh: Exakt, wie individuell angepasst, dabei nie eng oder aufdringlich.
Britische Noblesse also, die sich bei den Fahreindrücken nahtlos fort setzt. Das Grollen des aus 6 Brennräumen befeuerten Diesels dringt nur bei geöffnetem Fenster an des Fahrers Ohr. 190 PS in Kombi mit der sehr guten 6-Gang-Automatik lassen den schweren Wagen leichtfüßig durch Stadt und über Land, aber auch Autobahnen wieseln. Auf letzteren sind - ohne nennenswerte Lärmbelästigungen für die Passagiere - 193 km/h machbar. Wenn es ein motorisches Manko gibt, dann betrifft es das Ansprechverhalten: Die Reaktion auf einen Kickdown aus dem Stand erfolgt erst nach einer kurzen Nachdenkpause, auf der Autobahn jenseits der 100 km/h wird dieser "Nachdenkeffekt" noch verstärkt. Bei wirklich hohen Geschwindigkeiten wirkt der Motor darüber hinaus etwas träger als bei so manchem vergleichbaren Konkurrenzprodukt.
Interessant ist, dass für den Range Rover Sport ausschließlich die 6-Gang-Automatik erhältlich ist. Doch bei so einem Getriebe kommt kaum jemals der Wunsch nach einer Alternative auf. Warum auch? Fast unmerkbar wechselt der Automat die Gänge," Command Shift" ermöglicht noch dazu auf Wunsch händische Gangwechsel (die allerdings elektronisch beschnitten werden, damit der Fahrer ja keinen Fehler machen kann).
Über die Geländeeigenschaften des Range Rover haben wir ja bereits ausführlich berichtet. Zusammengefasst nochmals: Unterschätzen Sie niemals einen Range Rover, wenn es ins Gelände geht. Sofern Sie das Herz haben, Ihren Nobelhobel auch einmal im Schlamm suhlen zu lassen, werden Sie erstaunt sein, was das Auto kann. Die niveauregulierbare Luftfederung tragen dazu ebenso bei wie die kurze Untersetzung, das sperrbare Mitteldifferenzial, das (optionale) Sperrdifferenzial an der Hinterachse, die überraschend gute Verschränkung und das sowieso einzigartige Terrain Response System, mit dem man dem Auto schon vorab mitteilt, welchen Untergrund man zu befahren gedenkt. Seien Sie als Fahrer eines klassischen Geländewagens sehr, sehr vorsichtig, wenn Sie dem Sport die Offroad-Tauglichkeit absprechen möchten. Er könnte Ihnen trotz seiner straßenorientierten Reifen gehörigst um die Ohren fahren.
Britischer 4x4-, Land- und Hochadel können Range Rover Sport Fahrer also getrost in ihren erlauchten Kreis aufnehmen. Es wäre doch wirklich eine marketingtechnisches Highlight für Land Rover, wenn auch Queen Elisabeth - ihres Zeichens bekennende Range Rover Classic Fahrerin - auch einmal in einem Sport die Feldwege um ihre bevorzugte königliche Sommerresidenz, Balmoral Castle, unsicher machen würde. Und die erlegten Moorhühner darin nach Hause brächte. Für welche Motorisierung würde sie sich wohl entscheiden? Und erst für welche Lackierung?
Die Bildergalerie zum Test (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrs_test_096_img.php?PHPSESSID =c6b4208f7eeb3d8e33c9168e0b821 1d8)
Range Rover Sport: Alle technischen Details (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrs_test_technik_099.php?PHPSE SSID=c6b4208f7eeb3d8e33c9168e0 b8211d8)
A day at the races: Der Sport im ersten Onroad-Test (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrstest_040.php?PHPSESSID=c6b4 208f7eeb3d8e33c9168e0b8211d8)
Die Konzeptstudie "Range Stormer" (Jänner 2004) (http://gelaendewagen.at/artikel04/lrrs.php?PHPSESSID=c6b4208f7ee b3d8e33c9168e0b8211d8)
In jenem knalligen Orange hatte sich bereits Anfang 2004 die Konzeptstudie "Range Stormer" präsentiert, ebenso wie einige Monate später die ersten Serienmodelle des Range Rover Sport. Land Rover dokumentierte damit auch optisch den Aufbruch in eine neue, sportliche Ära. Dazu die unglaublichen Leistungsdaten des Neuen: Die lange britische Motorsporttradition war plötzlich und unerwartet wach geküsst.
"Shocking" war wohl dennoch das erste Wort, das den briitschen 4x4-Traditionalisten über die Lippen kam, als sie den Sport zu Gesicht bekamen. Schließlich hatten Sie schon immer "klassische" Range Rover und Defender über Hochmoore und Sumpfwiesen bewegt, allerdings nur in zur Landschaft passenden Lackfarben. Und nun ... ein sportlicher Range Rover in Orange?
In Wirklichkeit war diese Farbwahl natürlich auch ein genialer Marketing-Schachzug von Land Rover. Etwas ganz Neues. Für ein neues Zielpublikum. Ein Farbe, die die Dynamik des Fahrzeuges besser als jede Andere darstellen konnte. Dazu Maschendrahtgrill, gewaltige Aluräder, "supercharged". Ein Feger, ein Aushängeschild. Fast so spektakulär und auffällig wie ein roter Ferrari - oder ein Jaguar E-Type in "british racing green" mit Speichenfelgen.
Nach Durchsicht der ersten Produktprospekte konnte dann der selbst ernannte britische Allradadel durchatmen: Der Range Rover Sport konnte - thank goodness - auch mit dezenter Lackierung, g'scheiter Diesel-Motorisierung und allerfeinster Innenausstattung geordert werden. Als man sich dann noch mit den technischen Schmankerl zur Schaffung der Land Rover-typischen Geländetauglichkeit beschäftigte, wich die Skepsis schnell der Begeisterung.
Genau ein solch "dezentes" Fahrzeug konnten wir testen, den TDV6 in HSE-, also der Topausstattung. Und obwohl uns auch das Knallorange gut gefallen hätte, hatten wir wieder einmal einen Wagen in Bonatti Grey - und das ist auch schon eine kleine Tradition: Der aufmerksamen Leserschaft wird nicht entgangen sein, dass gelaendewagen.at ausschließlich graue Land Rover testet. Ein Schelm, wer Übles denkt ... wir zählen uns eigentlich nicht zu den vordergründig Konservativen. Bei einem Wagen wie dem Range Rover darf es aber schon 'mal die richtige Dosis Luxus sein.
Von Understatement konnte aber aber bei unserem "Earl Grey" keine Rede sein. Dazu wirkt der Wagen schon von außen zu selbstbewusst, mächtig, sportlich - und dennoch elegant. Blanke Aluräder in Kombination mit der spektakulären Linienführung und den schon zum Markenzeichen gewordenen Frontscheinwerfern - eine unverwechselbare Erscheinung, dieser Range.
Was sich außen schon andeutet, wird innen erst ganz offensichtlich: Man nimmt in einem Wagen Platz, der ausstattungsmäßig zum Feinsten gehört, was der 4x4-Markt derzeit zu bieten hat. Einschränkung: Wir sprechen vom Topmodell, dem "HSE": Da gehört dann fast alles serienmäßig dazu, was gut und teuer ist. Fast - denn die Ausstattungsliste lässt sich dennoch praktisch nach Belieben erweitern, bis zum DVD-Entertainment System mit Bildschirmen in den Kopfstützen ist alles machbar, was das Herz begehrt.
Erster optischer Eindruck des Innenraumes: Sehr, sehr britisch und ganz einfach wunderbar sind die Ledersportsitze in hellem Ivory, also "Elfenbein". In Kombination mit den dezenten, aber optisch wirksamen Holzintarsien, dem Metall-Look einiger Komponenten und dem High-Tech-Feeling, das speziell die Mittelkonsole mit dem integrierten Navi-Bildschirm vermittelt, wird eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. Das zum Fahrer orientierte Cockpit passt diesem wie ein Maßhandschuh: Exakt, wie individuell angepasst, dabei nie eng oder aufdringlich.
Britische Noblesse also, die sich bei den Fahreindrücken nahtlos fort setzt. Das Grollen des aus 6 Brennräumen befeuerten Diesels dringt nur bei geöffnetem Fenster an des Fahrers Ohr. 190 PS in Kombi mit der sehr guten 6-Gang-Automatik lassen den schweren Wagen leichtfüßig durch Stadt und über Land, aber auch Autobahnen wieseln. Auf letzteren sind - ohne nennenswerte Lärmbelästigungen für die Passagiere - 193 km/h machbar. Wenn es ein motorisches Manko gibt, dann betrifft es das Ansprechverhalten: Die Reaktion auf einen Kickdown aus dem Stand erfolgt erst nach einer kurzen Nachdenkpause, auf der Autobahn jenseits der 100 km/h wird dieser "Nachdenkeffekt" noch verstärkt. Bei wirklich hohen Geschwindigkeiten wirkt der Motor darüber hinaus etwas träger als bei so manchem vergleichbaren Konkurrenzprodukt.
Interessant ist, dass für den Range Rover Sport ausschließlich die 6-Gang-Automatik erhältlich ist. Doch bei so einem Getriebe kommt kaum jemals der Wunsch nach einer Alternative auf. Warum auch? Fast unmerkbar wechselt der Automat die Gänge," Command Shift" ermöglicht noch dazu auf Wunsch händische Gangwechsel (die allerdings elektronisch beschnitten werden, damit der Fahrer ja keinen Fehler machen kann).
Über die Geländeeigenschaften des Range Rover haben wir ja bereits ausführlich berichtet. Zusammengefasst nochmals: Unterschätzen Sie niemals einen Range Rover, wenn es ins Gelände geht. Sofern Sie das Herz haben, Ihren Nobelhobel auch einmal im Schlamm suhlen zu lassen, werden Sie erstaunt sein, was das Auto kann. Die niveauregulierbare Luftfederung tragen dazu ebenso bei wie die kurze Untersetzung, das sperrbare Mitteldifferenzial, das (optionale) Sperrdifferenzial an der Hinterachse, die überraschend gute Verschränkung und das sowieso einzigartige Terrain Response System, mit dem man dem Auto schon vorab mitteilt, welchen Untergrund man zu befahren gedenkt. Seien Sie als Fahrer eines klassischen Geländewagens sehr, sehr vorsichtig, wenn Sie dem Sport die Offroad-Tauglichkeit absprechen möchten. Er könnte Ihnen trotz seiner straßenorientierten Reifen gehörigst um die Ohren fahren.
Britischer 4x4-, Land- und Hochadel können Range Rover Sport Fahrer also getrost in ihren erlauchten Kreis aufnehmen. Es wäre doch wirklich eine marketingtechnisches Highlight für Land Rover, wenn auch Queen Elisabeth - ihres Zeichens bekennende Range Rover Classic Fahrerin - auch einmal in einem Sport die Feldwege um ihre bevorzugte königliche Sommerresidenz, Balmoral Castle, unsicher machen würde. Und die erlegten Moorhühner darin nach Hause brächte. Für welche Motorisierung würde sie sich wohl entscheiden? Und erst für welche Lackierung?
Die Bildergalerie zum Test (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrs_test_096_img.php?PHPSESSID =c6b4208f7eeb3d8e33c9168e0b821 1d8)
Range Rover Sport: Alle technischen Details (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrs_test_technik_099.php?PHPSE SSID=c6b4208f7eeb3d8e33c9168e0 b8211d8)
A day at the races: Der Sport im ersten Onroad-Test (http://gelaendewagen.at/artikel05/rrstest_040.php?PHPSESSID=c6b4 208f7eeb3d8e33c9168e0b8211d8)
Die Konzeptstudie "Range Stormer" (Jänner 2004) (http://gelaendewagen.at/artikel04/lrrs.php?PHPSESSID=c6b4208f7ee b3d8e33c9168e0b8211d8)