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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geländewagen gewinnen weiter Marktanteile


Holger
23.12.2005, 23:44
Trotz hoher Benzinpreise werden immer mehr SUV zugelassen - Studie: Jahresabsatz liegt 2008 bei 312 000 Autos
von Marco Dalan

Düsseldorf - Deutschlands Autofahrer kaufen trotz hoher Treibstoffpreise immer häufiger sportliche Geländewagen (Sports Utility Vehicles/SUV). "Der Markt für SUV ist in Deutschland ein Zukunftsmarkt", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Geschäftsführer des Leverkusener Prognoseinstituts B&D-Forecast, in einer exklusiven Studie für die WELT. Der Marktanteil der SUV-Verkäufe stieg im Inland seit 2000 von 2,9 auf heute 5,7 Prozent. Das entspricht 189 600 verkauften Geländewagen. Bis zum Jahr 2008 soll der Absatz der SUV auf 312 000 Fahrzeuge steigen. Das würde dann einem Marktanteil von 8,9 Prozent entsprechen.


"Für die Zukunft wird das Wachstum allerdings aus dem Bereich der kompakten SUV generiert", prognostiziert Dudenhöffer. Kleinere Modelle wie der Opel Antara, Audi Q5, der Golf-SUV, Ford Focus SUV oder Mercedes-Benz MLK werden diesem Teilsegment nach seinen Worten zu deutlichen Zuwächsen verhelfen. Zwei Drittel aller SUV-Verkäufe werden laut Dudenhöffer im Jahr 2008 auf die Kompakt-SUV entfallen. Und die meisten werden von einem Diesel angetrieben. Schon in diesem Jahr sind 68 Prozent aller neu zugelassenen SUV Selbstzünder. Konkurrenz erhalten die SUV durch das sogenannte Sports Tourer-Segment. Dazu zählen die Mercedes B- und R-Klasse und künftig auch der Fiat Sedici, der Suzuki SX4 oder der Ford S-Max.


Dem Trend zu den Kompakt-SUV werden sich auch die deutschen Hersteller anpassen müssen. "Die großen Fahrzeuge haben fast nahezu ihr Sättigungsniveau in Deutschland erreicht", sagt Dudenhöffer. Mit Blick auf den US-Markt hatten sich BMW (Modell X5), VW (Touareg), Porsche (Cayenne) und Mercedes (M-Klasse) bislang vor allem auf die sogenannten Full-Size SUV konzentriert. In der kleinen und kompakten Klasse dominierten dagegen Toyota mit dem RAV4, dem Suzuki Grand Vitara oder dem Nissan X-Trail.


In den USA, wo fast jedes vierte Auto ein Geländefahrzeug ist, flaut das Interesse angesichts der hohen Spritpreise allerdings ab. In Europa und Deutschland ist es noch nicht soweit. Hierzulande wird eine deutliche Belebung durch die Kompaktmodelle deutscher Hersteller erwartet. Den Anfang macht 2006 der Opel Antara, ein Schwestermodell des Chevrolet Captiva. Später folgen der Golf-SUV, der Ford Focus SUV, der Mercedes MLK und der Audi Q5.


Beflügelt wurde das SUV-Segment in der Vergangenheit durch den "Trend zu mehr Freizeit und der Individualisierung der Nachfrage". Bis in die 80er Jahre hinein war das SUV-Segment noch eines, das von klassischen Geländewagen mit Leiterrahmenkonstruktion, Blattfedern und Starrachsen dominiert wurde. Als erster Vertreter populärer Geländegänger und Vorläufer der heutigen SUV gilt der Range Rover.


Der Trend zu komfortableren 4x4-Allradfahrzeugen, sogenannten Soft-Offroadern, setzte sich Mitte der 80er Jahre in allen Größenklassen durch. Suzuki brachte den Vitara und Nissan den Terrano auf den Markt. "Die Konstruktion der Fahrzeuge basierte fortan vermehrt auf selbsttragenden Karosserien und Schraubenfedern", so Dudenhöffer. Seit den 90er Jahren sei eine deutliche Ausrichtung der SUV auf den Straßenbetrieb zu erkennen.


"Bei der Entwicklung stehen Fahrdynamik und Komfort auf Asphalt immer häufiger im Vordergrund. Die "echte' Offroad-Tauglichkeit wird immer weniger gefragt", sagt Dudenhöffer. Heute sei der "Boulevard-Cruiser" der Trend. Diese Autos stünden für Freiheit und unkonventionelles Image. Eine Tour durch unwegsames Gelände will damit kaum einer machen.


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