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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ROTApark Ebern


andreas
19.09.2005, 16:11
Kürzlichst fand eine Abstimmung zur Errichtung eines
neuen Offroadgeländes statt. Die Abstimmung war
eindeutig. Ich bin gespannt, ob das Einfluss hat:

Zitat:
Was wird aus dem Bundeswehrgelände in Ebern?

Nach der Absage der Stadtratssitzung, bei der der neueste Hoffnungsträger aus Oberschwaben seine Vorstellungen über ein Zentrum für Verkehrssicherheitstraining kundtun wollte, herrscht nun noch mehr Ungewissheit, wie es denn weitergehen soll: Verlieren die Verantwortlichen der Gesellschaft für Entwicklung, Betrieb und Beschaffung (gebb) ihr vormalig gesteigertes Interesse am Pilotprojekt Ebern? Gibt es überhaupt noch eine Zukunft für einen Motorpark Ebern?

Pro und Kontra werden heftig ausgetauscht. Die Befürworter eines motorsportlichen Schulungs- und Fahrsicherheitstrainings-Zentrums (Motorparkes) verweisen auf den Lärm, als die Bundeswehr-Bataillone noch regelmäßig Nachtübungen abhielten, der lauter war als der von Motorrädern. Andere sehen positive Impulse für Eberns Geschäftswelt durch Nutzer der Kasernenanlage, die von weither anreisen (und hier auch Geld lassen). Vor allem, wenn das Mischkonzept mit Test, Freizeitvergnügen, Kartbahn und Schullandheim mit Moutain-Biking umgesetzt werden kann.

Die Gegner führen ins Feld, dass das Befahren mit Autos und Motorrädern der intakten Natur schaden könnte. Zudem fürchten besorgte Bewohner der Anrainer-Dörfer eine übermäßige Lärmbelästigung, die in keinem Verhältnis zu möglichen Nutzeffekten steht.

Wie sehen die FT-Leser die Situation? Dazu unsere aktuelle Umfrage. Stimmen Sie ab!

Hier (http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?id=393&poll_id=25) steht das Abstimmungsergebnis.

Wir drücken den Initiatoren die Daumen!

Gruß
andreas

dreyer-bande
21.09.2005, 12:28
Hallo,
na da drücke ich doch kräftig die Daumen mit.
Außer Lärm wird hier sicher auch noch der eine oder andere Arbeitsplatz produziert.
Zumindest im Dienstleistungsbereich.

Gruß

Hannes

andreas
27.01.2006, 23:18
Aus dem Wald schallt es nicht zu laut

Off-road-Park Lärmgutachter und Biologe sehen keine Beeinträchtigungen für Mensch und Tier durch die beantragte Anlage, wie sie am Mittwochabend im Stadtrat von Ebern vorgestellt wurde.

Ebern: Die Botschaft hörten sie wohl, fehlt nur noch der Glaube: Auch Kritiker an den Plänen, im Bereich des einstigen Standortübungsplatzes eine Off-Road-Anlage vorzusehen, lauschten bei der Stadtratssitzung am Mittwochabend den Ausführungen eines Schallgutachters, wonach bei der jetzigen Konzeption in den benachbarten Dörfern keine Lärmbelästigungen zu befürchten sind.
Räte wie Zuhörer spitzten die Lauscher, was die Fachleute in ihren Stellungnahmen zur beantragten Nutzung des westlichen Bereiches zwischen Unterpreppach und Pi-Weiher (rund um das frühere Munitionsdepot) als Off-Road-Strecke ausführten: Der Diplom-Biologe Reiser sah keine Konflikte mit den Vorgaben zur FFH-Verträglichkeit und auch aus der Sicht des Artenschutzes mochte er für die Gelbbauchunke „eher Positives denn Negatives“ erkennen. Reiser wörtlich: „Es sind durch die nun beantragte und geregelte Nutzung keine erheblichen Beeinträchtigungen feststellbar und keine negativen Auswirkungen zu erwarten.“

Grünes Licht kam auch vom Schallgutachter, Dipl.-Ing. Guido Kohnen aus Freinsheim: Dessen Berechnungen basierten auf der Grundlage, dass Fahrten zur Tageszeit stattfinden, wobei die maximale Nutzung mit den lautesten Fahrzeugen - Motorräder - angenommen wurde. Und dennoch kam Kohnen bei seinen Berechnungen zu Ergebnissen, die „alle deutlich im grünen Bereich“ – also innerhalb zu gesetzlich vorgeschriebenen Werte – liegen.

Mit einem Schaubild verdeutlichte der Gutachter, dass die Anrainer-Dörfer in „Grünzonen“ liegen, womit dargestellt wurde, dass selbst bei zusätzlichen Lärmquellen die „Verträglichkeit im vollen Umfang gegeben ist“. Kohnen wörtlich: „Es gibt einen klaren Puffer zu unzulässigen Werten.“ Freilich sei es nicht ausgeschlossen, dass jemand Fahrzeuge höre, aber „an der Staatsstraße ist es mit Sicherheit lauter.“

Weiter verwies Kohnen auf das Eingeständnis des künftigen Betreibers, der in den Vorgesprächen mit Vertretern des Landratsamtes eingewilligt habe, am Sonntag eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr ohne Fahrbetrieb festzuschreiben.

Auf Nachfrage von Bürgermeister Herrmann wiederholte Dipl.Ing. Kohnen, dass bei allen Berechnungen von Maximalauslastung ausgegangen worden sei. „Auf Bitte des Landratsamtes haben wir uns dabei eng mit den Landesbehörden, wie dem Landesamt für Umweltschutz, abgestimmt. Die haben uns genau auf die Finger geschaut. Das ist eine robuste Planung.“

„Modul im Gesamtkonzept“Bürgermeister Robert Herrmann bezeichnete die Off-Road-Strecke als ein Modul des Gesamtkonzeptes, das parallel zum bereits angelaufenen Bebauungsplanverfahren vorangetrieben wird. Mit der Zwischennutzung biete sich die Gelegenheit zu testen, ob die Erfahrungen mit den Berechnungen der Experten übereinstimmen.

Einen solchen Erfahrungsaustausch strebt Herrmann bei Bürgerversammlungen an, die in allen Nachbarorten heuer stattfinden sollen, wenn der Off-Road-Betrieb angelaufen ist. Wie ernst das Landratsamt die Anliegerbefürchtungen über zu großen Lärm nimmt – Herrmann: „Der Knackpunkt“ – zeigt sich nach des Bürgermeisters Einschätzung darin, dass 120 Eigentümer nach Nachbargrundstücken angeschrieben und zur Einsichtnahme der Antragsunterlagen aufgefordert worden sind.

Quelle (http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?MappeCID=-amuyh-j10o6z-l1oly6l&Hierarchie=13-1izs8q2ds5uog0$1_7&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge)

Sandokahn
28.01.2006, 15:00
Ebern ist ja garnicht so weit weg von mir ,hinter Coburg noch mal kräftig aufs Gas und das wars dann schon ,und jetzt wo die neue Autobahn fertiggestellt ist ....:anbet: :anbet: :anbet:

andreas
02.02.2006, 23:24
Im bürokratischen Sumpf festgefahren

Motorpark: Das Projekt auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ebern muss mit besonderer juristischer Sorgfalt voran getrieben werden, weil der Anwalt der gegnerischen Seite Sorgen bereitet.

von Ralf Kestel, FT

Ebern Im Geflecht des Paragrafen-Dschungel und von juristischen Spitzfindigkeit verheddert, herrscht weiterhin Grabesruhe über dem Bundeswehrgelände.
Trotz der Gutachten, die vergangene Woche im Stadtrat diskutiert wurden und von deren Ergebnisse positive Signale ausgingen, dauert es noch mindestens sechs Wochen, ehe man sich im Landratsamt zu einer Genehmigung der beantragten Off-Road-Nutzung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz äußern kann. Zu spät für zwei Großveranstaltungen, die im März hätten stattfinden sollen.

So haben der Jeep-Club Deutschland sowie der Porsche-Club Deutschland, die ihre Abschlussveranstaltungen im Herbst mit jeweils über 200 Teilnehmern storniert hatten, nun auch ihre Frühjahrsauftakt-Pläne ad acta gelegt und sich von Ebern verabschiedet. Wieder gehen den Hotelbetrieben mindestens 400 Übernachtungen je Veranstaltungs-Wochenende „durch die Lappen“.

Ärgerlich finden das nicht nur die Betriebe mit Fremdenzimmern. Thomas Streit beispielsweise weiß, wovon er redet, da er um den Umsatz fürchtet, den der Jeep Club bei seinem ersten Gastspiel in Ebern im Jahr 2004 für seinen Partyservice induzierte: „Das waren allein für mich 10 000 Euro in einer Woche. Die Vorstandschaft des Clubs weilte zehn Mann stark eine ganze Woche in Ebern, und das Gros der Fahrer kam von Freitag bis Sonntag und wurde entsprechend bewirtet.“

Weil die Besucher allesamt in Hotels und Pensionen in und um Ebern einquartiert waren, profitierten auch deren Besitzer von der Veranstaltung auf dem Übungsplatz, von der ansonsten kaum jemand Notiz nahm, weil die Jeeps langsam und ohne hohe Drehzahlen unterwegs waren.

Doch trotz eines entsprechenden Antrages der Eberner Stadtverwaltung, die vom Herbst ins Frühjahr verlegten Treffen als Einzelveranstaltungen zu genehmigen, mochte sich im Landratsamt dazu niemand durchringen.

Der Grund, warum die Genehmigungsbehörde „so pingelig reagiert“ (Selbsteinschätzung): Im Landratsamt fürchtet man den von der Bürgerinitiative „Off-Road mit Vernunft“ beauftragten Fachanwalt für Verwaltungsrecht Johannes Bohl aus Würzburg, der sich auch ständig über alle Verfahrensschritte informieren lässt und dessen Schriftsätze als Grundlage für die unterschiedlichen Leserbriefe dienen. „Das ist ein Hochkaräter. Deswegen dürfen wir uns keine Fehler erlauben, um keine Angriffsmöglichkeiten zu bieten“, hieß es vergangene Woche beim Pressegespräch des Landrates. „Als wir gemerkt haben, was da für ein Widerstand kommt, wurde die Reißleine gezogen.“ Vertreter des LandratsamtesNachdem der Würzburger Jurist, der angeblich über die Rechtsschutzversicherung eines Kritikers bezahlt wird, die Einzelgenehmigungen der Veranstaltungen im Vorjahr „zerpflückt“ hatte, geht man nun im Landratsamt mit aller Vorsicht vor, um spätere Bescheide unanfechtbar zu machen. Deswegen auch die Aufforderung an 120 Grundstücksnachbarn, Einsicht in den Antrag auf befristete Genehmigung der Off-Road-Strecke zu nehmen. Sicherlich ist man auch durch ein Verfahren gewarnt, das gegen den früheren Motorpark-Manager, den Diplom-Kaufmann Ingo Zeitz, läuft. Den hat jemand angezeigt, weswegen nun die Wasserschutzpolizei wegen der Zahl der Veranstaltungen im Vorjahr (mehr als fünf) gegen ihn ermittelt.

„Irreparabler Schaden“Daher kann es Zeitz durchaus verstehen, dass der neue Betreiber Armin Reiff keine Buchungen annimmt, weil „ die Gegner des Projektes noch auf der Lauer liegen und mit Argusaugen aufpassen“. Zeitz fürchtet einen irreparablen Schaden: „Zur Zeit laufen die Drähte heiß vor Anfragen, obwohl ich gar nicht mehr für die g.e.b.b. tätig bin und die Homepage längst verschwunden ist. Es ist schade, dass die vielen aufgebauten Kontakte und Ergebnisse meiner Akquise vielleicht nun für Ebern vorläufig nichts mehr bringen.

Ich kann nur die Interessenten im Sinne des künftigen Betreibers hinhalten oder auf mir bekannte Alternativen verweisen, wenn es eilt, da die meisten großen Vereine spätestens jetzt ihr Jahresprogramm fertig haben müssen.“ Hinhalten? - wie lange: Bis zum St. Nimmerleinstag?

Laut Landratsamtssprecher Martin Schulze-Röbbecke befindet sich der Antrag auf Genehmigung des Off-Road-Betriebes, den die g.e.b.b. gestellt hat, in der Phase der Anhörung der Träger öffentlicher Belange. „Das wird noch sechs Wochen dauern, wenn alles planmäßig verläuft.“

Der Fahrbetrieb innerhalb des Kasernengelände, von dem kaum ein Außenstehender bei den bisherigen Testläufen etwas mitbekommen hat, ist im übrigen nicht Bestandteil des aktuellen Antrages.

Die Werbung für den Motorpark sowie die gemachten Erfahrungen über einen Zeitraum von einem Jahr sind Makulatur. Das Verfahren steht wieder ganz am Anfang.

Nur einer hegt noch vage Hoffnung: Thomas Streit vom gleichnamigen Partyservice spekuliert darauf, den Jeep Club bei seinem Treffen vom 17. bis 19. März, das ursprünglich in Ebern stattfinden sollte, dennoch bewirten zu dürfen.

Die Jeep-Freunde sind nämlich von Ebern nach Sand umgezogen und bleiben somit dem Frankenland verbunden.

Quelle : http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?MappeCID=gi~-3bcyfcsc9n5uahll7&Hierarchie=38h-qnbgsujyqyfhy428i&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge

Gruß
andreas

andreas
25.02.2006, 07:15
Kommt mir irgendwie bekannt vor:

Off road ?- rigorose Ablehnung
Bund Naturschutz In einem Schreiben von Orts- und Kreisverband werden die Motorpark-Pläne für den Standortübungsplatz abgeschmettert.

Ebern Just an dem Nachmittag, da sich Bürgermeister und Abgeordnete in der Münchner Staatskanzlei mühten, den einstigen Standortübungsplatz nicht zum „nationalen Naturerbe“ werden zu lassen, meldete sich der Bund Naturschutz (BN) mit der kategorischen Ablehnung der Off-road-Pläne zu Wort.
In einer Presse-Erklärung, die der BN-Ortsvorsitzende Harald Amon der FT-Redaktion zumailte, ist von „tiefer Besorgnis“ die Rede und die Autoren stellen sich schützend vor Mensch und Tier: „Der Bund Naturschutz ist besorgt, dass seitens der Stadtführung Personen, die sich unter der Konversion der militärischen Liegenschaften in Ebern etwas anderes als eine Off-Road-Nutzung vorgestellt haben, als Gegner Eberns abgestempelt werden.“

Weiter heißt es in dem geharnischten Schreiben: „Wenn das Alleinstellungsmerkmal unserer Gegend – die noch weitgehend intakte naturnahe Kulturlandschaft – durch ein neues Alleinstellungsmerkmal 'Off-Road-Park' ersetzt wird, verspielt Ebern langfristig sein Potenzial.“ Weiter führen die Autoren der Presseerklärung, die nicht unterzeichnet ist, das Orchideenvorkommen, die reichhaltige Schmetterlingsfauna und das Vorkommen der Gelbbauchunke an, deren Bedrohung logischerweise in den Schutzstatus der FFH-Richtlinie mündete.

Logische UnterschutzstellungDie Aufnahme dieser Flächen in das nationale Naturerbe wäre abermals eine logische Konsequenz.

Verwiesen wird auf eigene Vorschläge zur Konversion in Zusammenhang mit der geplanten Nachnutzung des einstigen Forstamtes (als Umweltbildungszentrum - die Red.).

Weiter heißt es: „Die Fokussierung auf den Off-Road-Betrieb und die Verteufelung Andersdenkender sind Entwicklungen, die der Bund Naturschutz nicht mehr mittragen kann und denen er sich hiermit widersetzt. “ Deswegen habe man in einem Brief eine lange Liste mit Bedenken zusammengetragen, die an Landrat und Bürgermeister geschickt wurden. Auch an bisher vorgelegten Gutachten meldet man Bedenken an. Deswegen plädiert der Bund Naturschutz für die Aufnahme des Geländes in die Liste des „nationalen Naturerbes“. Auch habe man bei der Regierung von Unterfranken den Antrag gestellt, das Gelände als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Quelle (http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?MappeCID=q6l6__3_f*6 yt6bam0gwq&Hierarchie=5x*7u02ovydbwz*c0ng py&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge)

Gruß
andreas

andreas
08.03.2006, 00:03
Bund Naturschutz zieht Gutachten in Zweifel
Off-Road-Pläne in Ebern
Der BN begründet seinen Einspruch mit veränderten Planungen für das Bundeswehr-Gelände. Der Widerstand wendet sich gegen die Gefährdung schützenswerter Bereiche.

Ebern Wird der Bund Naturschutz mit seinem Einspruch die Entstehung eines Motorparks in Ebern verhindern? Diese Frage beschäftigt die Öffentlichkeit in der Stadt derzeit wie kaum ein zweites Thema.
In einer dem FT gestern übermittelten Pressemitteilung sucht der Bund Naturschutz – Kreisgruppe Haßberge und Ortsgruppe Ebern – den Eindruck zu zerstreuen, er würde gegen die Interessen der Stadt arbeiten.

In dem namentlich nicht unterschriebenen, von BN-Mann Kurt Langer an den FT übermittelten Schreiben heißt es jedoch auch: „Durch gravierende Änderungen im derzeit laufenden Genehmigungsverfahren gegenüber den bisher bekannten Planungen, sieht es der BN als seine Pflicht als Naturschutzverband an, Bedenken zu äußern.“

Keine Bedenken gebe es gegen die Nutzungen innerhalb der umzäunten ehemaligen Kaserne und des unmittelbaren Umfeldes, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Fahrsicherheitszentrums.

Ferner stellen die Autoren klar, dass der Bund Naturschutz nicht grundsätzlich gegen die Konversion sei. Diese müsse zwangsläufig erfolgen, wenn eine Liegenschaft nicht mehr für militärische Zwecke benötigt wird. Die Bemühungen seitens des Stadtrates und des Bürgermeisters im Zusammenhang mit dieser Konversion würden vom BN „ausdrücklich anerkannt“.

Rückblickend schreiben die Autoren, bereits beim ersten „Workshop“ im Februar 2004, der eigentlich eine Ideensammlung zum Ziel hatte, sei eine „Offroad-Lastigkeit“ erkennbar gewesen. Der BN habe dies von Anfang an nur „mit erheblichen Bauchschmerzen“ mitgetragen und damals bereits gegenüber den Verantwortlichen deutlich gemacht, dass man das anlaufenden Verfahren kritisch beleuchten und zu gegebener Zeit Stellung beziehen werde.

Wegen aktueller Änderungen im Genehmigungsverfahren gegenüber bisherigen Detailplanungen sehe sich der BN nun gezwungen, einzuschreiten.

Mit geringem AufwandDer BN widerspricht der allgemeinen Ansicht, dass die geplante Offroad-Nutzung das probateste Mittel sei, um die Lebensbedingungen für die Gelbbauchunke zu gewährleisten und dass die Pflege des Lebensraumes für die Unken horrende Kosten erzeuge. Tatsächlich zeigten laut BN Erfahrungen mit anderen Gelbbauchunken-Populationen, dass bereits ein paar Baggerstunden alle paar Jahre ausreichten, um den Lebensraum zu erhalten.

Ferner zweifeln die BN-Mitglieder Gutachten an, wonach das so genannte Dual-Track-Befahrungssystem den Unken am Besten helfe. Bei diesem System werden in aufeinander folgenden Jahren Fahrspuren genutzt, die direkt nebeneinander liegen.

Die Naturschützer berufen sich auf Auskünfte von Fachleuten, wonach die Gefahr für die Amphibien in beiden Spuren gleich groß ist. „Wer sagt den Amphibien wo sie sich zu welcher Zeit aufhalten dürfen?“aus der mitteilung des BNNach den bisherigen vorbereitenden Untersuchungen sei man davon ausgegangen, dass die Bereiche, die befahren werden, von Jahr zu Jahr großräumig wechseln, um die Natur zu entlasten. Ursprünglich sollte dafür südlich des Fahrschulgeländes ein zweiter Fahrbereich hergerichtet werden.

„Durch das nun überraschenderweise geplante Dual-Track-System,“ so konstatieren die BN-Mitglieder, „ ist das Überleben der Gelbbauchunke nicht mehr sichergestellt.“ Die momentanen Offroad-Planungen im Übungsplatz konzentrieren sich den Naturschützern zufolge ausgerechnet ausschließlich auf den waldnahen Lebensraum der Gelbbauchunken. Dabei hätte auf viele andere Bereiche ausgewichen werden können.

Naturschutzgebiet?Der BN plädiert dafür, dass die „wertvollen Teile des ehemaligen Übungsplatzes“ Naturschutzgebiet werden. Einschlägige Gutachten hätten erwiesen, dass Teile des Geländes die entsprechende Schutzwürdigkeit besitzen. „Militärische Übungsplätze sind Rückzugsräume mit besonderer Ausstattung,“ heißt es in der Pressemitteilung.

Während in der Agrarlandschaft wegen der fortgesetzten Ausbringung von Spritzmitteln und der Überdüngung viele Tier- und Pflanzenarten ausgestorben seien, konnten die gefährdeten Arten in militäri-schen Übungsplätzen wegen des dort fehlenden Pestizid-Eintrags überleben.

Andernorts werbe die bayerische Staatsregierung sogar mit der Schaffung von Naturschutzgebieten auf ehemaligen Standortübungsplätzen. Für den Truppenübungsplatz Grafenwöhr denke man gar darüber nach, nach dem dem Abzug der US-Army einen Nationalpark zu schaffen.

Gegen eine Nutzung der ehemaligen Kaserne mit den Gebäuden und baulichen Anlagen sowie der angrenzenden „weniger wertvollen“ Bereiche erhebt der BN keinerlei Einwände. Dort wäre die Nutzung für die Motorpark-Pläne uneingeschränkt möglich.

Quelle (http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?MappeCID=d1bl60*3jro d9kta5m226&Hierarchie=*w-oahs8b7xhcf5d~85j6&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge)

Wer soll daraus noch schlau werden.

Gruß
andreas

andreas
08.04.2006, 08:35
Angaben sind „blanker Unsinn“ Replik Eberns Bürgermeister Robert Herrmann widerspricht den Lärm-Berechnungen und Ausführungen der Off-Road-Gegner vehement.

Ebern „Unsinn, Verfälschung, Verdrehung, falsche Behauptungen“ - all dies wirft Bürgermeister Robert Herrmann den Sprechern der Interessengemeinschaft (IG) „Kasernennutzung mit Vernunft“ vor.
Der Bürgermeister fragt sich, wie Thomas Meisner und seine Mitstreiter in ihren Berechnungen zu dem Ergebnis kommen, dass die Lärmbelastung aus dem Betrieb des Rotaparks weitaus stärker sein soll als die frühere Bundeswehrnutzung?

Der von der IG veröffentlichte Lageplan baue auf einer alten, vorläufigen Entwicklungsstudie auf und enthalte Elemente, wie etwa eine Test- und Rennstrecke, die nicht Bestandteil des am 12. April im Stadtrat erstmals öffentlich vorgestellten, neuen Nutzungskonzeptes sein werden, versichert Herrmann.

Er versieht die Ausführungen der Off-Road-Gegner mit vielen Fragezeichen: Wieso soll die Schaffung einer nennenswerten Zahl von Arbeitsplätzen mit erheblichen Belastungen für die Anwohner verbunden sein? Welche Qualifikation, so fragt Herrmann weiter, habe ein Herr Meisner vorzuweisen, wenn behauptet wird, man habe bei den durch ein renommiertes Ingenieurbüro vorgestellten Lärmschutzberechnungen nachgehakt und Fehler entdeckt? Bei der seinerzeit durch Herrn Kohnen vorgestellten Lärmbelastung als Vergleich zur Bundeswehrnutzung wurde laut Bürgermeister beispielhaft davon ausgegangen, dass drei Panzer in gleichmäßigem Abstand in einem großen Kreis den Übungsplatz umfahren. Nur über solche Annahmen könne eine Berechnung erfolgen. „Solche phantastischen Behauptungen über die künftige Nutzung sind absolut falsch.“ Robert herrmann Dass tatsächlich manchmal mehr Panzer fuhren, sei selbstverständlich, so Herrmann. „Dass aber, wie der besonders kenntnisreiche Andreas Hümmer behauptet, um 94 dB(A) zu erreichen, alle Panzer der Balthasar-Neumann-Kaserne den ganzen Tag gleichzeitig fahren mussten, ist barer Unsinn.“ Aus der Luft gegriffen sei Hümmers Behauptung, anhand einer Karte der tatsächlichen Nutzung (die er nicht kennen könne, da sie erst am 12. April vorgestellt wird) Spitzenwerte ermittelt zu haben, die der Lautstärke eines Düsentriebwerks entsprächen. Man frage sich, so Herrmann, „zu welch überzogenen Behauptungen sich diese Leute noch versteigen?“

Appell an die Bürger Deshalb appelliert das Stadtoberhaupt an alle Bürger, sich durch solche „Panikmache“ nicht kopfscheu machen zu lassen. Es gehe darum, in einer turbulenten Zeit für Ebern die Chancen zu ergreifen, die sich bieten und eine sinnvolle Entwicklung versprechen.

Des Bürgermeisters Bitte an die Bürger : „Kommen sie, so sie Zeit und Interesse haben, in die Stadtratssitzung am 12. April in die Aula der Hauptschule. Oder am 2. Mai in die Bürgerversammlung. Dort werden die tatsächlichen Konzepte vorgestellt.“ Die im momentanen Genehmigungsverfahren ange- strebte Zwischennutzung für die Off-Road-Bereiche soll, wie der FT bereits in der Freitagsausgabe meldete, auf vier Jahre begrenzt werden. Die Betreiber seien bereit und das werde auch eine Genehmigungsauflage sein, dass in dieser Zeit genauestens gemessen, geprüft und beobachtet wird, um damit nachzuweisen, dass dieser Betrieb in jeder Hinsicht verträglich ist.
Quelle: http://www.fraenkischer-tag.de/cms/index.php?MappeCID=c~eh8ek-49mw7ip1i--wd&Hierarchie=jqvbnpjq*e0x0p52oi0 24&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge

Gruß
andreas

andreas
10.09.2006, 10:20
Hier findet vom 22. bis 24.09.2006 das Globetrotter Festival 2006 (http://www.off-road.de/home/modules/tinycontent/index.php?id=39) der www.off-road.de statt. :juchu:

Gruß
andreas

sgm
19.09.2006, 17:32
Das iss ja schon dieses Wochenende!
War eh noch auf der Suche nach einem sinnvollen Ausflugsziel am Wochenende :juchu: .
Gibts noch jemanden der dort hinfährt - Samstag oder Sonntag?

Touareg V
14.07.2007, 15:36
Das Hickhack geht weiter!!!!!

Landratsamt geht in Berufung

Der Rechtsstreit um die Genehmigung einer Offroad-Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ebern geht weiter – und könnte sich in die Länge ziehen. Das Landratsamt will nun beim Verwaltungsgerichtshof in München Berufung gegen die Entscheidung des Würzburger Verwaltungsgerichts einlegen. Das hatte im Mai dem Bund Naturschutz das Recht der Verbandsklage eingeräumt.

Wie Pressesprecher Martin Schulze-Röbbecke der Neuen Presse am Mittwoch auf Anfrage sagte, wird im Landratsamt derzeit erwogen, gegen die Entscheidung der Würzburger Richter vom 22. Mai Berufung einzulegen. „Wir haben das bisher noch nicht getan, haben es aber vor“, sagte Schulze-Röbbecke. Das hätte zur Folge, dass der Urteilsspruch der Würzburger Verwaltungsrichter bei einer Berufungsverhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof in München erneut aufgerollt wird.
Dabei geht es um die Frage, ob der Bund Naturschutz als Verband gegen einen zunächst auf drei Jahre befristeten Betrieb einer Offroad-Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände in Ebern im Rahmen des Immissionsschutzverfahrens überhaupt klageberechtigt ist. Das Verwaltungsgericht in Würzburg kam zu der Auffassung, dass dies der Fall ist. Damit könnte der Bund Naturschutz mit seinem Anliegen durchaus erfolgreich sein, den Betrieb einer Offroad-Anlage auf dem Gelände, auf dem irgendwann auch mal ein Fahrsicherheitszentrum betrieben werden soll, zu verhindern. Denn, das hatte der BN bei der Verhandlung im Mai in Würzburg vor Gericht deutlich gemacht, sollte die Offroad-Anlage genehmigt werden, so wie es das Landratsamt Haßberge in einem Bescheid getan hat, so würden wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zerstört.
Dabei betont der BN ausdrücklich, dass die in dem Bescheid vom Landratsamt gemachten Auflagen bei Weitem den Schutz dieser Tiere und Pflanzen nicht gerecht würden. Deshalb zieht der Bund Naturschutz vor Gericht.
Das Landratsamt hingegen vertritt die Auffassung, dass der Bund Naturschutz Bayern als Verband in diesem Verfahren überhaupt nicht klageberechtigt ist. Dieser Einschätzung der Landratsamtsjuristen waren die Würzburger Verwaltungsrichter aber nicht gefolgt und erkannten sehr wohl ein Klagerecht des BN-Landesverbandes. Für die Vertreter des Landratsamts und der Gesellschaft für Entwicklung, Beschaffung und Betrieb (g.e.b.b.) war das natürlich eine Niederlage, hatten sie sich zuvor doch recht selbstsicher gezeigt.
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Zwischenurteil
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Beim Verwaltungsgericht in Würzburg wurde im Mai ausdrücklich von den Richtern nur ein Zwischenurteil gebildet. Sie erkannten ein Klagerecht des BN an, befassten sich aber nicht mit der eigentlichen Thematik, ob die Offroad-Anlage grundsätzlich zulässig sei. Wie Vorsitzender Richter Werner Heermann damals sagte, habe man lediglich das Zwischenurteil gebildet. Weil die Parteien das Recht haben, dagegen Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof einzulegen, hatte eine weitere Behandlung der Offroad-Problematik keinen Sinn. Denn zunächst muss rechtsverbindlich geklärt werden, ob der BN seine Verbandsklage erheben darf.
Das wird jetzt der Verwaltungsgerichtshof zu entscheiden haben. Sollte der zu der gleichen Auffassung wie die Würzburger Richter kommen, wird die Klage des BN in einem weiteren Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Würzburg weitergeführt. Entscheiden die Münchner Richter anders, sähen also kein Verbandsklagerecht des BN, wäre das Verfahren dem Vernehmen nach beendet.
Egal wie die Juristen entscheiden werden. Für die Pläne, auf dem einstigen Bundeswehrgelände in Ebern ein Fahrsicherheitszentrum samt Offroad-Anlage zu errichten, bedeutet das auf jeden Fall einen erneuten Aufschub. Denn bis das Verfahren vor dem viel beschäftigten Verwaltungsgerichtshof behandelt wird, könnten Monate vergehen, was letztlich sicher auch potentiellen Investoren einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Landratsamt-Pressesprecher Martin Schulze-Röbbecke hofft indes darauf, dass „es nicht ein Jahr dauert“, bis die Angelegenheit in München verhandelt wird.

Unabhängig von dem Verfahren klagt der Bund Naturschutz vor dem Verwaltungsgericht Würzburg des Weiteren darum,s dass die Betriebserlaubnis für den Betrieb einer Offroad-Anlage bis zum endgültigen Entscheid über das Verbandsklagerecht der Umweltschutzorganisation aufgehoben wird. Damit will der BN verhindern, dass bis zu einem womöglich erst in vielen Monaten zu erwartenden Signal aus München, weiter auf dem Übungsplatzgelände Offroad-Veranstaltungen stattfinden. Denn dabei könnte, so die Befürchtung des BN, die Natur arg in Mitleidenschaft gezogen werden.


Quelle (http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/hassberge/art2393,677053.html?fCMS=c78ff 2c83c4bf69bf7f3eccc8068e874)

Gruss Ruedi

schmiko
14.07.2007, 22:07
Das ist schon wirklich ein unglaubliches Affentheater in Deutschland ein Offroad Gelände zu eröffnen. Ich kenne das Gelände ganz gut, hier ist nun wirklich mehr als genug Platz für alle (auch wertvolle Pflanzen und Tierarten).

Holger
15.07.2007, 20:15
Ich kenne ja erst zwei Gelände. Aber ich bin der Meinung, dass man durchaus auf einem solchen Gelände geschützte Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen kann.

andreas
15.07.2007, 20:26
Ohne die intensive Nutzung vorher, gäbe es dort die seltene
Fauna und Flora überhaupt nicht, sondern nur einfachsten Wald.

Man könnte das Offroaden sogar als Pflegemaßnahme bewerten,
wenn man nur wollte, das wäre noch nicht mal gelogen.

Gruß
andreas

Holger
15.07.2007, 20:28
Wenn ich ein solches Gelände betreiben wollte, würde ich genau den Punkt als Planung mit aufnehmen und auch bei der Beantragung mit vorlegen.

andreas
19.08.2007, 16:11
Nun sieht es aber wirklich düster aus für das Gelände:

Das Verwaltungsgericht Würzburg hat in seinem Beschluss vom 25. Juli den Betrieb einer Offroad-Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrareal in Ebern bis auf Weiteres verboten. Die Richter glauben, dass der Landesverband Bayern des Bund Naturschutz mit seiner Klage Aussicht auf Erfolg hat, könnte doch das ausgewiesene FFH-Gebiet mit Tieren und Pflanzen dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Mehr dazu und Quelle! (http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/hassberge/art2393,695872)

Gruß
andreas

dreyer-bande
19.08.2007, 16:22
Hallo,
ohne jetzt das Urteil und die Begründung gelesen zu haben?
Ist das Gelände erst einmal als -Flora, Fauna, Habitat- deklariert, gilt EU-Recht. Und dann geht rein garnichts mehr.

Selbst der gesetzlich genehmigte Abschuss von Krähenvögeln, wie z.B. dem Kormoran, ist strengstens untersagt.

Den Offroad-Park können sie m.E. abhaken.

Gruß

Hannes

P.S. Das Gelände werden dann nur noch Mitarbeiter des BUND oder anderer ökologischen Verbände mit ihren Pseudo-Offroadern nutzen.

Touareg V
18.10.2007, 12:12
Kein „Rotapark“ in Leipheim und Ahlhorn

Ebern/Leipheim – Die Bemühungen der Stadt Ebern zur Ansiedlung eines Motorparks samt Fahrsicherheitszentrum und Offroad-Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im „Frauengrund“ laufen weiter.

Die Bemühungen der Stadt Ebern zur Ansiedlung eines Motorparks samt Fahrsicherheitszentrum und Offroad-Anlage auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände im „Frauengrund“ laufen weiter. Am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche wird sich der Stadtrat an zwei Tagen mit den Einwänden der Träger öffentlicher Belange und von Privatpersonen im Zuge der Aufstellung eines Bebauungsplanes befassen. Dann werden weitere Schritte folgen

Quelle (http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/hassberge/art2393,723137) und weiter lesen

Gruss Ruedi

Touareg V
07.12.2007, 11:31
Aus für den geplanten „Rotapark“


Ebern – Das Bemühen, auf dem ehemaligen Bundeswehrareal in Ebern einen „Rotapark“ anzusiedeln, ist gescheitert. Die Investoren ziehen sich aus dem Projekt zurück und haben damit kein Interesse mehr am Kauf des rund 300 Hektar großen Komplexes im „Frauengrund“.


Quelle (http://www.np-coburg.de/nachrichten/lokal/hassberge/art2393,744427)und weiter lesen

Gruss Ruedi

Touareg V
11.07.2008, 07:36
Ist der Weg frei für die Offroader?

Verwaltungsgerichtshof in München kippt Urteil des Verwaltungsgerichts

Jetzt ist der Weg wieder frei für die Offroader auf dem ehemaligen Bundeswehr-Areal in Ebern. Der Verwaltungsgerichtshof in München hat eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg im Eilverfahren aufgehoben, die den Offroad-Betrieb verbot. Doch die Freude darüber ist bei Eberns Bürgermeister Robert Herrmann verhalten.„Für uns ist das eine Bestätigung, dass unsere Konzeption rechtens ist“, erklärt er. Größere Freude kommt nicht auf, denn die Investoren für einen sogenannten Rota-Park auf dem Areal sind im vergangenen Dezember abgesprungen.

Auf die hatte Herrmann seine ganze Hoffnung gesetzt, dass das Bundeswehrareal mit seinen knapp 50 Gebäuden nicht langsam verfällt, sondern in seinen Augen einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird. Das Projekt hatte schon einen Namen: Ein Rota-Park sollte entstehen. Rota – lateinisch das Rad – alles, was sich dreht, sollte sich dort ansiedeln. Kernstück des Projekts war das Fahrsicherheitszentrum, ein Lernzentrum für Kraftfahrer, dazu unter anderem passend der Offroad-Betrieb auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände.
Die Offroad-Nutzung war von Anfang an der Streitpunkt. Denn das Areal hat den Rang eines Flora-Fauna-Habitat-Gebiets (FFH) und ist Heimat von Tieren, die streng geschützt sind, wie beispielsweise die Gelbbauchunke und der Ameisenbläuling (ein Schmetterling). Nach Ansicht des Bundes Naturschutz gefährdet die Offroad-Nutzung den Bestand, die Befürworter hingegen sahen in den Spurrillen der Panzer, die dort früher gefahren sind, erst die Voraussetzung, dass sich dieser Bestand entwickelt hat. Der Panzerbetrieb sei mit der Offroad-Nutzung vergleichbar, meinen sie.
Das Landratsamt war für die Genehmigung zuständig und hat auf drei Jahre befristet den Offroad-Betrieb erlaubt. Dagegen wandte sich der Bund Naturschutz, nachdem er als Kläger zugelassen worden war, und bekam Recht vor dem Verwaltungsgericht in Würzburg. Im Sommer 2007 entschieden die Richter, dass kein Offroader fahren darf, solange nicht endgültig geklärt ist, ob dies den dort beheimateten Tierarten schade. Die Richter folgerten, dass in einem FFH-Gebiet Projekte grundsätzlich verboten sind, die den Bestand bedrohter Tierarten einschränken. Dies sei bei der Offroad-Nutzung nicht ausgeschlossen.
In der Folge legten das Landratsamt und die bundeseigene Vermarktungsgesellschaft g.e.b.b. Rechtsmittel gegen das Urteil ein – mit Erfolg. Die Richter des Verwaltungsgerichtshofs in München kippten jetzt das Urteil. Sie erklärten zunächst im Eilverfahren, dass der Bund Naturschutz als Kläger nicht zugelassen werden darf. Wo kein Kläger, da kein Richter. Daher ist nach Ansicht der Verwaltungsrichter die Grundlage entfallen. Die Entscheidung muss allerdings noch im sogenannten Hauptsacheverfahren bestätigt werden.
Robert Herrmann geht davon aus, dass das der Fall sein wird. „Wir machen derweil unsere Hausaufgaben“, sagt er und hofft, dass der Eberner Stadtrat im September den fertigen Bebauungsplan für das Areal beschließen wird. Er wurde bereits zum zweiten Mal ausgelegt. Derzeit werden die Einwendungen geprüft.
Sollte er dann verabschiedet werden, folgt das größere Problem. Es muss ein Investor oder mehrere Investoren gefunden werden. „Meine Hoffnung ist groß, dass das gelingt“, gibt sich Herrmann optimistisch. Eine Wiederaufnahme der Kontakte mit den Entwicklern des Projekts Rota-Park schließt er nicht grundsätzlich aus. Derzeit gäbe es aber keine Gespräche. Nach der Überzeugung von Herrmann gibt es einen Bedarf für ein Fahrsicherheitszentrum – möglicherweise auch ohne Offroad-Nutzung des übrigen Areals.
Gegen das Fahrsicherheitszentrum hat auch Klaus Mandery, Kreisvorsitzender des Bundes Naturschutz, nichts einzuwenden. Er protestiert vor allem gegen die Offroad-Nutzung, die seiner Meinung nach gegen europäisches Recht verstößt, da das Areal ein FFH-Gebiet ist. Als skandalös erachtet er, dass die Verwaltungsrichter in München nur nach formalen Gründen entschieden haben. Die Frage, ob der Offroad-Betrieb den bedrohten Tierarten auf diesem Gebiet schade, sei nicht behandelt worden. Laut Mandery prüft der Landesverband eine Klage gegen den Verfassungsgerichtshof, da seiner Meinung nach der Eberner Fall richtungsweisende Bedeutung hat.




Quelle (http://www.mainpost.de/lokales/hassberge/Hassbergkreis-Verwaltungsgerichtshof-in-Muenchen-kippt-Urteil-des-Verwaltungsgerichts-Ebern;art1726,4588729)

Gruss Ruedi