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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : So funktioniert VWs Allradsystem 4MOTION


Touareg V
23.02.2006, 07:43
VWs permanenter Allradantrieb kommt in den Baureihen Golf, Sharan, Multivan, Phaeton, Touareg und Passat zum Einsatz. In letzterem findet sich die neueste Generation von 4MOTION

Die Erfolgsgeschichte von allradgetriebenen Volkswagen dokumentiert sich beim Passat wohl am besten: Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es ihn mit Allradantrieb; der erste, der Passat Variant GT syncro, debütierte bereits 1984. Bis heute entschieden sich weltweit mehr als 256.000 Passat-Fahrer für eine allradgetriebene Version. In den letzten zwei Jahrzehnten etablierte sich der Volkswagen Allradantrieb dabei als feste Größe für all jene, die häufig oder auch nur temporär im Gebirge, auf schlechten Pisten oder mit großen Anhängelasten unterwegs sind.

4MOTION-System der neuesten Generation
Erstmals kommt im Passat ein 4MOTION-Antrieb mit Haldex-Kupplung zum Einsatz; die direkt an der Hinterachse integrierte Kupplung baut sehr kompakt. Das System arbeitet schnell, feinfühlig und leise. Grundsätzlich ist Allrad-Technik natürlich besonders bei Nässe, Eis und Schnee von Vorteil. Doch auch auf trockener Fahrbahn verbessert 4MOTION die Seitenführungskräfte und damit die aktive Sicherheit. Hintergrund: Die Kraftübertragung kann via 4MOTION elektronisch gesteuert bestmöglich auf alle vier Räder variabel verteilt und damit der Fahrbahn respektive den Gripverhältnissen angepasst werden.

Deutliche Vorteile zeigt der Allradantrieb auch im Gespannbetrieb. Der Passat 3.2 V6 FSI 4MOTION darf zum Beispiel bis zwölf Prozent Steigung beachtliche 2.200 Kilogramm Anhängelast ziehen. Die zulässige Achslast beträgt hinten 1.220 Kilogramm (Variant) bzw. 1.140 kg (Limousine).

4MOTION im Detail
Das technisch zentrale 4MOTION-Element ist eine nass (im Ölbad) laufende Lamellenkupplung der neuesten Generation. Sie trägt die Bezeichnung Haldex-Kupplung, da sie zusammen mit dem langjährigen Systempartner Haldex in Schweden entwickelt wurde. Die Haldex-Kupplung bietet den entscheidenden Vorteil, dass sie elektronisch gesteuert werden kann. Somit harmoniert sie ideal mit dem Antiblockiersystem (ABS), der Antriebsschlupfregelung (ASR), der elektronischen Differenzialsperre (EDS) und dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP).

Sobald Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse auftreten, werden zwei kupplungsinterne Ringkolbenpumpen aktiviert, die in der Lamellenkupplung Druck aufbauen und so beide Achsen miteinander „koppeln“. Sie werden nur dann wirksam, wenn Ein- und Ausgangswelle der Kupplung nicht mit gleicher Drehzahl laufen. Denn nur dann ist eine Drehmomentaufteilung erforderlich.

Zu mindestens zehn Prozent ist die Hinterachse immer dabei: Mit der Höhe des ausgeübten Drucks auf die Kupplungslamellen lässt sich das übertragbare Drehmoment variieren und damit der Kraftfluss zwischen Vorder- und Hinterrädern steuern. Die Kupplung regelt das Moment zwischen Vorder- und Hinterachse stufenlos. Im Extremfall können bis zu 100 Prozent der Antriebskraft zur Hinterachse übertragen werden. Im Normalfall, also bei Geradausfahrt ohne Gripunterschiede an den Rädern und gleichmäßiger Geschwindigkeit, gelangen 90 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse und zehn Prozent an die Hinterachse. Der Antrieb der Haldex-Kupplung erfolgt über die Kardanwelle.

Via CAN-Bus wird das elektronische Steuergerät der Kupplung mit allen wesentlichen Antriebs- und Motorinformationen versorgt. Hierzu zählen Signale der Radsensoren, des ABS und ESP sowie Informationen zur Gaspedalstellung und Motordrehzahl. Abhängig davon regelt das 4MOTION-Steuergerät Höhe und Verlauf des hydraulischen Drucks, der auf die Kupplungslamellen ausgeübt wird. „Befehle“ des elektronischen Steuergerätes werden extrem schnell von der Kupplung umgesetzt. Die kompakte Kupplung ist zudem sehr robust ausgelegt; sie kann bis zu 3.200 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse übertragen.

4MOTION-Fahrwerk: Vierlenkerhinterachse mit entkoppeltem Hilfsrahmen als Schnittstelle zum Allradantrieb
Der neue Passat 4MOTION zeigt sowohl im Hinblick auf seine Komfort- als auch Handlingeigenschaften, wie ein modernes Frontantriebs- oder Allradfahrwerk aussehen sollte. Die via Hilfsrahmen akustisch von der Karosserie entkoppelte Vierlenkerhinterachse, die mit Alukomponenten konzipierte McPherson-Vorderachse und die elektromechanische Servolenkung garantieren Agilität, Komfort und Sicherheit. Ausstattungsabhängig stehen ein um 15 Millimeter abgesenktes Sportfahrwerk (serienmäßig für Sportline) sowie ein 20 Millimeter höheres Schlechtwegefahrwerk zur Verfügung.

Quelle (http://gelaendewagen.at/artikel06/4motion_0045.php)

dreyer-bande
24.04.2006, 18:21
Zum Vergleich die "neue" Mercedes-Technik:

Allradantrieb Mercedes S-Klasse: Zahn-Technik
Die Mercedes S-Klasse kommt wieder mit Allradantrieb. Die 4matic zeigt erheblich verbesserte Eigenschaften.

Das Ziel ist immer klar definiert bei Mercedes: besser sein als die anderen. Höchst lobenswert, wenn auch, wie der gnadenlose Alltag lehrt, nicht immer erreichbar. Jetzt allerdings wollen die Daimler-Techniker mit der allradgetriebenen 4matic-Version der S-Klasse wieder einen entscheidenden Sprung gemacht haben. Die Allrad-Limousine übernimmt nicht die Technik des Vorgängers, sondern steckt voll des schwäbischen Tüftlergeists. Was heißt, dass der Allradantrieb komplett im eigenen Haus entwickelt wurde.

Auf den ersten Blick erscheint das System sehr konventionell: Ein zentral angeordnetes, offenes Planetenrad-Differenzial teilt die Kraft zwischen Vorderachse und Hinterachse auf, womit für eine feststehende Momentenverteilung gesorgt ist. 45 Prozent nach vorn, 55 nach hinten. Ein System, das Antriebsmomente computerberechnet variabel an die Achsen liefert wie der neue, von Magna Steyr entwickelte BMW-x-Drive, kam nicht in Frage.

Denn, so die Herren der Zahnräder bei Mercedes, nur eine starre Verteilung der Kräfte erlaubt das Darstellen einer klar definierten Fahrdynamik. Ein stark ausgeprägtes Wechseln vom Schieben über die Vorderräder (Untersteuern) zum Wegwischen des Heck beim Gasgeben (Übersteuern) soll vermieden werden. Das Auto soll sich in allen Situationen nach einem vorher definierten, dem Fahrer vertrauten Muster verhalten.
Höchst Vertrauen erweckendes Fahrverhalten
Das erscheint, nach den Erkenntnissen bei den ersten Fahrversuchen in den Schweizer Alpen, gut gelungen. Die S-Klasse zeigt ein höchst Vertrauen erweckendes Fahrverhalten mit genau jener milden Portion Übersteuern, die das Kurvenfahren zum Vergnügen werden lässt. Dass die Traktion bestens ist, braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden.

Doch schließlich gibt es Härtefälle für offene (nicht gesperrte) Differenziale – etwa wenn eine Achse auf extrem rutschigem Untergrund kein Antriebsmoment zu übertragen vermag. Dann drehen die Räder durch, und die der anderen Achse stehen still. Abhilfe schafft beim Mercedes-System – neben dem allgemein üblichen Bremseingriffs-Szenario – eine Sperre mit nur zwei zierlichen Lamellen. Sie sperrt die Verbindung zwischen den Achsen bis zu einem Drehmoment-Grenzwert von 50 Newtonmetern.

Besonders stolz sind die Techniker, dass sie den klassischen Allrad-Nachteilen erfolgreich zu Leibe gerückt sind. So soll der Verbrauch eines S 500 4matic nur 0,5 Liter über dem der regulären Version liegen, das allradspezifische Mehrgewicht beträgt lediglich 75 Kilogramm.

Der allradspezifische Aufpreis muss noch festgelegt werden – aber damit kann man sich Zeit lassen. Die Allradversion gibt es erst ab September dieses Jahres.

http://www.auto-motor-und-sport.de/sixcms/media.php/20/01_Allrad_150.144347.jpg (http://www.auto-motor-und-sport.de/d/109767)

Quelle (http://www.auto-motor-und-sport.de/d/109767)

Gruß

.........und hier die Bilder zur Technik von Mercedes:

http://www.auto-motor-und-sport.de/sixcms/media.php/23/04_Allrad_120.144356.jpg
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Quelle (http://www.auto-motor-und-sport.de/test_technik/fotoshows/allradantrieb_mercedes_s_klass e_4matic.109760.htm)

Touareg V
15.08.2006, 19:55
GKN Driveline stellt neue elektronische Differenzialsperre vor

GKN Driveline hat in den USA die Produktion einer neuen elektronischen Differenzialsperre für Fahrzeuge mit Zwei- und Allradantrieb aufgenommen, die Autofahrern eine erhöhte Sicherheit und grösseren Fahrkomfort bietet.

Das neue Produkt lässt sich von Fahrern leichter verwenden, sperrt schneller und reagiert bei höheren Geschwindigkeiten und niedrigeren Temperaturen besser als pneumatikbasierte Differenzialsperren und andere konkurrierende Produkte. Die Fahrer müssen lediglich einen Knopf drücken, um Off-Road- und andere schwierige Fahrsituationen zu meistern. Bei höheren Geschwindigkeiten kuppelt das System von GKN Driveline ausserdem automatisch aus.


Quelle (http://www.carorder.de/articles_detail.php?rubrik=Nac hrichten&offset=0&id_sub_column=119&id_article=4200808) und weiter lesen

Gruss Ruedi

agroetsch
22.08.2006, 22:38
Hallo,

danke für den Beitrag #1 Ruedi, so habe ich gerade noch mal was über meinen "Neuen" gelernt....!

Touareg V
23.08.2006, 16:43
Hallo Armin

Nichts zu danken. Auch ich finde es immer wieder
spannend, wie sich die Technik weiter entwickelt.

Gruss Ruedi