Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erg Oriental: Harte erste Etappe und interessante Teilnehmer
Touareg V
04.10.2005, 12:32
Eine neue Rally schafft auch neue Gesichter. Ex-El Chott Organisator Jörg Steinhaeuser wollte es nochmal wissen und erschuf mit der Erg Oriental eine neue Amateur-Rally in Tunesien - und die ist am Montag im tunesischen Hammamet zum ersten mal gestartet worden. Die Rally selbst begann mit einer kleinen Panne. Der eigentliche Showstart in Tunis musste ausfallen, da die Faehre Carthage derart Verspaetung hatte, das die Behoerden die Genehmigung fuer den Start mitten in der Innenstadt nicht mehr aufrecht erhalten konnten. Doch das war schnell vergessen.
Als zweite Ueberraschung wartete das bekannte Hotel El Sultan in Hammamet auf, das binnen fuenf Monaten in einen modernen und luxurioesen Komplex umgestaltet wurde. Von Hammamet startete auch die erste Etappe - eine Monsteretappe, die sich aus Prolog und drei Wertungspruefungen ueber insgesamt 400 Kilometern zusammensetzte.
Hier gehts weiter klick (http://news.marathonrally.com/index.2719.0.html)
Touareg V
05.10.2005, 17:26
Erg Oriental: Juegen Neidig und Fee Fuchs führen das Feld an
Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von 25 Grad mussten auf der zweiten Etappe am Dienstag rund 300 Kilometer Wertungsprüfung in Angriff genommen werden. Auch der erste Sand wartete bei der Star-Wars Kulisse nahe der Oase Nefta. Doch nicht alle Teilnehmer waren mit dabei, bereits am ersten Tag fielen einige Teilnehmer aus. So musste auch Rainer "Rari" Wicki, unterwegs mit einer Yamaha, am zweiten Tag pausieren: "Am Ende der ersten Etappe bin ich so blöd gestürzt, das ich mir eine heftige Prellung zugezogen habe" berichtet der Schweizer vom Team SSRT und zeigt auf einen armdicken blauen Fleck an seiner Hüfte. "Aber alles halb so schlimm, ich denke am Mittwoch kann ich wieder starten".
Technisch erwischt hat es das Nissan Pickup-Team Andreas Wulf und Anja Bork. "Wir dachten, alles wäre schon aus" erzählt Wulf, "doch die Mechaniker haben eine abgedrehte Gewindestange und deren Halterung wieder fixen können". Beide sind ebenfalls am Mittwoch wieder im Rennen, wollen es dann aber ruhiger angehen: "Nochmal können wir das Teil nicht reparieren".
Am Dienstag selbst erwischte es dann gleich die komplette KOS-Truppe, die einen Mercedes G MKB, den neuen KOS-Buggy und den Jeep Cherokee von Lars Adam und Beifahrer Jan Hantelmann einsetzt. Alle drei tankten falschen Sprit udnd zerstörten sich die Benzinpumpe. Während der Mercedes, gesteuert von Firmenchef Klaus Krüger persönlich, als einziger ins Ziel kam, mussten die beiden anderen Fahrzeuge abgeschleppt werden, sind aber am Mittwoch wieder im Rennen.
"Es ist zum Haare raufen" ärgert sich Lars Adam. Wie bereits auf der Libya Desert Challenge hat Adam immer wieder Ärger mit seiner Benzinzufuhr - diesmal zuerst am Montag, dann erneut am Dienstag. "Irgendwo ist der Wurm drin, das kann doch langsam nicht mehr wahr sein". Adam, erstmals nicht mehr unterwegs mit seiner ehemaligen Freundin Birthe, wollte das Feld gestern von hinten aufrollen. "Die ersten Fahrer hatte ich schon gepackt, dann ging der Motor aus".
Auch die überwiegend neuen Teilnehmer im hinteren Feld tauen langsam auf - so mischte sich die Schar der Fahrzeuge gestern bereits deutlich, zu Beginn zögerliche Teilnehmer (darunter sehr viele Neulinge) geben so langsam immer mehr Gas. Am meisten ärgerten sich am Dienstag Beate und Jürgen Zender, die erstmals mit einem serienmässigen VW Touareg antreten wollten, sich aber auf der ersten Etappe zwei Räder zerstörten. "Wir wollten so gerne auch durch die Dünen fahren" schwärmt Jürgen Zender. Doch die Chancen stehen gut, passende Ersatzteile sollen noch in dieser Wocher nach Djerba geliefert werden. "Das bedeutet Stress. Wir müssen die Teile in Djerba abholen, dann das Fahrzeug in Gafsa und schliesslich alles montieren und zurück in die Strecke fahren. Aber das ist es Wert, wir wollen unbedingt nochmal in die Dünen".
Die Etappe am Dienstag gewannen Jürgen Neidig und Fee Fuchs mit ihrem weissen Range Rover vor den Überraschungs-Zweiten Uwe Spindler und Michael Kaden in ihrem Suzuki Jimny und Matthias Krüger sowie dessen Sohn Robin im Nissan Terrano. "Eine geile Etappe" schwärmt Krüger am Abend, "viel Highspeed, der erste Sand." Und dennoch wurde es einmal auch für beide gefährlich: "Zu Beginn einer Highspeed-Etappe wollten wir das Team Bockelbrink/Rohde überholen, gaben richtig Gas und erwischten mit dem Hinterrad einen Kamelgrashügel. Dabei stellen wir das Fahrzeug fast senkrecht auf, konnten es aber in letzter Sekunde einfangen" so der Rathenower.
Bockelbrink und Rohde kamen mir ihrem neuen, modifizierten Toyota Landcruiser auf Platz 4 vor dem Mercedes G von Peter Mühmel und Astrid Lottermoser sowie den Teams Kliebisch/Kliebisch und Kluge/Kluge, beide in einem älteren Toyota Landcruiser. Auch der Lada von Markus und Katja Pfeffer schlug sich tapfer, kam am Ende auf Platz 9.
Bei den Motorrädern machte Klaus-Jürgen Mayer auf einer KTM 620 das Rennen, gefolgt von Marcel Signer aus der Schweiz (KTM 660 Rally) sowie Kaspar Erni (KTM 620). Die genauen Platzierungen entnehmen sie bitte den Tabellen, die wir im Laufe des Tages einstellen werden.
Allgemein freut sich Rennleiter Wolfgang Pasetti über Teilnehmer und Orga: "Alle machen hier einen guten Job. Ich habe zum ersten mal die Aufgabe eines Rennleiters übernommen, alles läuft wunderbar. Neben vielen interessanten und klasse Teilnehmern macht vor allem die Orga einen tollen Job, alles läuft Hand in Hand" freut sich der eigentliche Rallyfahrer. Nur am ersten Tag gab es Ärger: "Die erste Fahrerbesprechung war ein Witz, kaum etwas war vorbereitet. Ich habe mir alles angehört, dann bin ich geplatzt, habe alles aus mir rausgelassen. Doch danach war Ruhe und alles geklärt" lacht Pasetti.
Einzig das Essen ist in diesem Jahr bisher nicht besonders gut. Nur das Hotel Le Sultan in Hammamet machte seinem Namen wieder alle Ehre und präsentierte ein erstklassiges und vielfältiges Buffet, die schicken und teils neuen Hotels in Gafsa und Nefta hingegen bewiesen bis dato eher keine besonderen Ambitionen bei der Verpflegung ihrer Gäste. So hat es zahlreiche Teilnehmer ("der Hunger treibt es rein") bereits mit Magenproblemen erwischt - gut, wer sich vor der Reise mit "Dosenfutter" eingedeckt hat. Doch das schlechte Essen hat auch ein Gutes: Man nimmt mal wieder ab...
Die Etappe am Mittwoch führt die Teilnehmer über einen Rundkurs rund um die Oase Nefta, wobei neben vielen Pisten auch einige Chotts (ausgetrocknete, aber schlammige Salzseen) durchquert werden müssen.
Quelle http://news.marathonrally.com/index.2721.0.html
Touareg V
11.10.2005, 05:43
Erg Oriental: Ruhe auf der Rückfahrt nach Douz
Die Etappe vom Montag zurück von der Oase Ksar Ghilane in die Oasenstadt Douz sollte eigentlich wieder durch einige Dünenfelder führen, aufgrund eines kleinen Sandsturmes untersagte die Garde National jedoch die Durchführung der Etappe - obwohl am morgen wieder bestes Wetter bei angenehmen Temperaturen um 28 Grad herrschte. So setzten sich Orga und Veranstalter am Sonntag Abend in ihre Fahrzeuge, um wenigstens noch schnell eine Ersatzetappe über die Pipeline-Piste abzustecken.
Entsprechend schnell und unspektakulär verlief die Etappe vom Montag dann auch. Knappe 50 Kilometer Wertung ausschliesslich auf der Piste mussten bewältigt werden, lediglich eine kleine Wasserdurchfahrt sorgte zumindest einige Sekunden für Abwechslung. So gibt es über die Etappe auch wenig zu berichten, die Teilnehmer waren schnell im Ziel und nutzten die Zeit für einen Aufenthalt im angenehm warmen Pool des Hotel Tuareg oder für angefallene Reparaturen.
Interessant jedoch ist der plötzliche Mix in der Gesamtwertung, ausgelöst durch die extrem schwer zu fahrende Dünenetappe am Sonntag. Während Neidig/Fuchs mit ihrem Range Rover ihren ersten Platz vor Claus Krüger und Florian Purps (Mercedes G MKB) weiter sichern konnten, eroberten sich Matthias Krüger und sein Sohn Robin (Nissan Terrano) die dritte Position, der Bremerhavener Wilfried Ropers hangelte sich mit seinem Nissan Patrol (mit australischem 4,2 Liter Motor) gar auf die vierte Position vor. "Mein Auto geht in den Dünen gut, nur auf der Piste habe ich zuwenig Topspeed" berichtet Ropers, "schade das die Etappe vom Montag nicht mehr durch den Sand ging". Der Mercedes G 280 von Peter Mühmel und Astrid Lottermoser konnte nach dem Umkipper vom Sonntag wieder fahren und kam auf Platz sechs.
Auch im hinteren Feld, von den Top-Speedlern augenzwinkernd "Touri-Gruppe" genannt, wechselten einige Positionen ihre Platzhalter. So fiel der Suzuki Jimny von Uwe Spindler und Michael Kaden - nach einem erhofften Podestplatz - weit zurück, weil er aufgrund seiner Tieflage nicht durch Dünen fahren kann und beide daher am Sonntag aufgaben.
Wieder mit dabei und ein kleines bisschen Dünengierig sind Jürgen und Beate Zender mit ihrem VW Touareg. Nach einem schadensbedingten Ausfall von Montag vergangener Woche bis Samstag konnten beide am Montag wieder starten, trauten sich aber - nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen zahlreicher Teilnehmer - nicht in die tiefen Dünen. Doch ein wenig testen wollten beide dennoch, gingen es (um das Fahrzeug zu schonen) ruhig an und steckten entsprechend oft fest. Doch der Mut brachte beiden viel Respekt bei den Teilnehmern ein - am Montag nahmen beide dann die Pistenstrecke in Wertung in Angriff.
Die Stimmung unter den Teilnehmern ist weiterhin gut und familiär, die Roadbücher stimmen überwiegend und die Orga unter Leitung von Gerd Töpperwien und Jörg Steinhäuser macht einen guten Job. Somit scheint die erste Erg Oriental Rally - wenn auch mit einem kleinen Starterfeld in Wertung - als eine gute Veranstaltung abzuschliessen.
Interessant ist auch die Meinung vieler Teilnehmer in Bezug auf die "Überlebenschancen" der beiden Konkurrenzveranstaltungen Erg Oriental und El Chott. So heisst es, die Erg Oriental könnte sich als günstige Einstiegsmöglichkeit für Neulinge sowie günstige Testmöglichkeit für Profis etablieren, während die El Chott sich mehr als "Fortgeschrittenen-Veranstaltung" für Profis und/oder schnellere Teilnehmer entwickeln könnte. Dafür stehen zumindest die vielen Neueinsteiger auf der Erg Oriental sowie die deutlich geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten . Eines steht jedoch jetzt schon fest: Eine zweite Erg Oriental ist auf jeden Fall schon geplant - und "mit Teilnehmerzahlen wie jetzt lässt sich das auf jeden Fall auch finanziell machen" bestätigt Mit-Veranstalter Gerd Töpperwien.
Am Dientag startet die 8. Etappe der Rally mit einem Rundkurs um die Oasenstadt Douz, dabei soll eine relativ kleine Strecke von knapp 15 Kilometern in mehreren Runden gefahren werden. Diese neue Art der Ausführung einer Etappe kommt bei den Teilnehmern unterschiedlich an - während Profis wie Jürgen Neidig und Fee Fuchs sich lieber eine "ordentlich lange Etappe" wünschten, finden vor allem die neueren Teilnehmer die Idee interessant. Wir sind gespannt, wie die Etappe am Dienstag verlaufen wird...
Quelle http://news.marathonrally.com/index.2747.0.html
Touareg V
14.11.2005, 06:06
21. El Chott: Letzte Etappe und Abschluss der Rally
Mit einer Strandetappe von Hergla nach Bouficha über knapp 30 Kilometer endete am Donnerstag die 21. El Chott Rally in Tunesien. Während es die führenden Teilnehmer ruhig angehen liessen um ihre guten Positionen nicht zu gefähreden, versuchten vor allem Teilnehmer aus dem Mittelfeld, ihre Chance auf einen letzten Etappensieg zu nutzen. So schenkten sich vor allem in der Pkw-Klasse einige Teilnehmer nichts und gaben richtig Gas.
Das Duell auf den letzten Metern gewann das Schweizer Duo Andreas Tank und Rolf Krebs mit ihrem Schreck-Mitsubishi Pickup, obwohl es vor allem das Baden-Württembergische/Thüringer Mix-Duo Eugen Eble und Thomas Ettrichrätz nach vorne schaffen wollte. Doch für die Hummer-Piloten des Desert-Fox Teams reichte es am Ende knapp nur für Platz drei - das österreichische Duo Fankhauser/Stadler nahm ihnen mit ihrem Hekla-Toyota auch noch Platz 2 ab.
Bei den Motorrädern gewann Karsten Riemenschneider auf seiner Husaberg vor Tilo Grapenthin und KTM-Pilot Mesander, bei den Quads schaffte es Anger vor Walter Walschek und dem Gesamtsieger Briel. In der Lkw-Klasse holte sich Peter Niedergesäss mit seinem Scania und Sohn Markus sowie Beifahrer Markus Senkel den Etappensieg, gefolgt vom Team Häle/Braun/Fischer im MAN und dem Schweizer Bieri mit Beifahrer Balmer im orangen Unimog.
Im Anschluss endete die Rally mit der offiziellen Siegerehrung in der Disco des mittlerweile komplett modern renovierten Hotel Le Sultan in Hammamet, bevor die Tradition des "in den Pool werfens" sich auf alle Teilnehmer ausdehnte, die nicht rechtzeitig das Weite suchten. Am Freitag ging es dann zurück nach La Goulette, dem Hafen der Hauptstadt Tunis, von dem aus die Teilnehmer mit der Fähre C/F Carthage heim gen Europa aufbrachen. Als wenn es keine typischere Begrüssung geben würde regnete es bei der Ankunft im italienischen Genua.
Die 21. Rally El Chott wurde beobachtet wie keine El Chott zuvor - sollte die traditionelle Wüstenrally in diesem Jahr doch erstmals Konkurrenz von gleich zwei Veranstaltungen bekommen. Im Frühjahr startete mit der Grand Erg eine neue Amateur-Wüstenrally in Tunesien, die zwar etwas teurer als die beiden anderen Rallys ausfiel, aber mit neuen Strecken, ausschliesslich noblen Hotels und einer perfekten, nach dem FIA-Reglement angelehnten Organisation und Ausführung aufwartete. Besonders spannend jedoch wurde der Vergleich mit der neuen Rally "Erg Oriental", die von keinem geringeren als Ex-El Chott Chef und Gründer Jörg Steinhäuser sowie einem Grossteil der alten El Chott Mitglieder veranstaltet wurde.
Im vergangenen Jahr tat sich der neue Veranstalter der El Chott, die Offroad Pro GmbH (hinter der Karola und Ingo Schwab sowie Klaus Harz stehen), ein wenig schwer mit der Umsetzung "Ihrer" neuen Rally. Die 20. Ausgabe sollte etwas Besonderes werden, doch die Kritik überwog. So gab es zuviele GPS-Punkte im Roadbook, das zudem oftmals nicht stimmte. Die Organisation war insich nicht immer konform, die Strecken zu bekannt und vielen zu leicht. Das sollte in diesem Jahr nun anders werden.
Und das wurde es auch. Viele neue und vor allem lange Strecken, mehr Wüste, ein höherer Schwierigkeitsgrad und eine gute Organisation versprach die Offroad-Pro den Teilnehmern - und hielt dieses ein. Statt kurzer Strecken und viel Freizeit hatten die Teilnehmer oftmals lange zu kämpfen, Königin aller Etappen wurde jedoch die Durchquerung eines gigantischen und tückischen Dünenfeldes zwischen Ksar Ghilane und Bir Aouine, das so manchen Profi an seine Grenzen brachte. "Manches war schon wieder zu schwer" berichtet Quad-Pilot Walter Walschek, seit Jahren bei der El Chott dabei. "Die Orga hatte einen höheren Schwierigkeitsgrad versprochen - und dies gehalten. Aber meines Erachtens haben sie dabei etwas übertrieben" so der Bayer.
Ganz anders sah es hingegen das Schweizer Duo Eisenmann/Eisenmann, das erstmals bei einer Wüstenrally antrat und keinerlei Erfahrung mitbrachte. "Wir standen oft vor dem Einstieg in die Dünen und haben uns gefragt, ob wir das machen sollten oder nicht. Wir haben uns gedacht, was solls - und haben es geschafft" berichten die beiden. "Es war stellenweise hart, aber wunderschön. Wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei". Dabei sind beide so angeregt, das sie jetzt überlegen, ein professionelles Rallyauto aufzubauen.
Schön fand es auch das Schweizer Duo Andy Tank und Rolf Krebs, die mit Ihrer "Playstation", einem Mitsubishi Pajero Pickup mal so richtig Gas geben wollten. Doch in den Dünen kamen beide an ihre Grenzen: "Unser Auto ist eine Pistensau, in den Dünen wurde es schwer. Dann kamen noch technische Probleme hinzu" berichtet Andreas Tank, "die sorgten dann für eine unfreiwillige Nacht in den Dünen". Während Tank unterwegs das eine oder andere mal die Veranstalter verfluchte - am Ende zählte doch das grosse Abenteuer: "So etwas erlebt man nicht alle Tage". Was beide können bewiesen sie schliesslich auf den schnellen Pisten, bei denen sie immer im vorderen Feld mitfuhren und sogar einen Etappensieg für sich behaupten können.
Blut geleckt hat nun auch Scania-Pilot Peter Niedergesäss, der sich bisher vor allem im Truck Trial und auf der Berlin-Breslau einen Namen gemacht hat. "Ja, das könnte man schön fortsetzen" grinst der Brandenburger verschmitzt. Nun juckt es den Lackspezialisten und seine Beifahrer: "Mal sehen, vielleicht bekommen wir eine FIA-Homologation für unseren Scania, dann wollen wir eventuell auch einmal einen Worldcup-Lauf in Angriff nehmen".
Unterm Strich haben sich die Veranstalter viel Mühe gegeben, aus der El Chott wieder eine anspruchsvolle Veranstaltung für Profis und Amateure gleichermassen zu gestalten. Besonderen Anreiz erhielt die Rally auch durch die Teilnahme einiger FIA-Teams. So schloss sich das holländische Hutten Rallyteam der Rally eine Woche zum testen an und musste feststellen, das es auch unter den Amateuren verdammt gute Fahrer gibt. Die Kollegen eines niederländischen Rally-Unimogs blieben die ganze Rally - und hatten Pech. Sie steckten tagelang mit einer defekten Achse mitten in den Dünen bei Bir Aouine und stiessen mit gelegentlichen Unterbrechungen erst zur Siegerehrung wieder auf die Rallyteilnehmer - das Ersatzteil liess auf sich warten und den Unimog-Piloten waren die Hände gebunden.
Die Strecken waren in der Tat lang und teilweise schwer, die Roadbücher waren wieder kniffliger und dafür (bis auf Ausnahmen) fehlerfrei. Für Verwirrung sorgten anfangs allerdings die sogenannten Gleichmässigkeitsprüfungen - hierbei mussten die Teilnehmer auf langen Strecken entweder so langsam oder so schnell fahren, das sie sekundengenau auf den Punkt im Ziel ankamen. "Schöne Strecken, aber auf Dauer langweilig" berichtete El Chott Urgestein Willi Janke aus Brandenburg über die erste Gleichmässigkeitsprüfung nach Gafsa, die zweite Gleichmässigkeitsprüfung von Gafsa hoch nach Sfax sah dann schon besser aus. "Man hätte allerding ein wenig Competition einbauen können". Doch die Gleichmässigkeitsprüfungen hatten ihren Sinn - man wollte die Teilnehmer möglichst schnell in den Süden bekommen - dort wo das Fahren am meisten Spass macht und man keinen auf bewohntem Gebiet gefährdet. So fanden die meisten Teilnehmer die Idee am Ende dann auch wieder gut.
Neben den Veranstaltern sorgten vor allem die vielen alten und neuen Gesichter in der Organisation dafür, das alles prima klappte. Matthias Bähren und seine Crew retteten die Teilnehmer - oftmals nicht zimperlich - aber dafür effektiv als Berger aus verfahrenen Situationen. Ex-Teilnehmer Roland Hirzel aus der Schweiz stieg als Tunesien-Experte und Übersetzer in die Orga ein und vereinfachte so die eine oder andere Situation, der Rest des Team machte eine gute Arbeit und arbeitete zur Freude des Rennleiters Reiner Burrichter "perfekt Hand in Hand".
Natürlich gab es auch viele kritische Stimmen zur diesjährigen El Chott - aber wer im letzten Jahr dabei war, erlebte nun eine fast völlig neue Rally. Am besten traf es Rennleiter Burrichter: "In den letzten Jahren hatte ich spätestens am dritten Tag die Schnauze so voll, das ich hinschmeissen wollte. In diesem Jahr ist mir erst am siebten Tag aufgefallen, das ich völlig entspannt bin" grinst der Autohändler.
Wer nun zum Abschluss einen Vergleich aller drei Rallys erwartet, den müssen wir leider enttäuschen - denn jede Rally steht für sich, jede Rally spricht ein spezielles Publikum an.
Eine Vermutung, die wir bereits schon zur Erg Oriental trafen, hat sich zumindest in diesem Jahr jedoch bestätigt: Während die Erg Oriental mit gemässigten Strecken und geringerem Durchschnittstempo vor allem (bis auf einige Ausnahmen) die ruhigeren Teilnehmer ansprach, richtete sich die El Chott vorrangig an schnelle Teams, die Mut vor kniffligen Passagen bewiesen. Galten kleine Dünenfelder bei Ksar Ghilane auf der Erg Oriental als "unfahrbar", kämpften sich selbst Neulinge auf der El Chott durch die zahlreichen, weitaus schwierigeren und bis zu 70 Kilometer langen Dünenfelder. Durch die herausfordernden Strecken blieb auf der El Chott allerdings ein wenig "das gemütliche Zusammensein am Abend" auf der Strecke.
So dürfen wir uns also freuen, das es nun nicht mehr nur eine Amateur-Wüstenrally in Tunesien gibt, sondern mit der Grand Erg, der El Chott und der Erg Oriental gleich drei Veranstaltungen, die jeden Geschmack und Geldbeutel individuell ansprechen und jede auf ihre Art für Spannung, Sport und Abenteuer sorgen.
Quelle klick (http://news.marathonrally.com/index.2904.0.html)
Touareg V
18.09.2006, 12:32
TV-Bericht über die Grand Erg Rally am 22. September
Der Nachrichtensender N24 plant für den kommenden Freitag (22. September) einen Beitrag über die Marathonrally Grand Erg, die in diesem Jahr zum zweiten mal veranstaltet wurde (wir berichteten live). Der Beitrag soll innerhalb der Sendung "Abenteuer Allrad" ausgestrahlt werden, die gegen 19:05 Uhr beginnt.
Wer die Veranstalter der Rally lieber persönlich treffen oder in einem persönlichen Gepräch über die Rally informiert werden möchte, dem sei ebenfalls das kommende Wochenende nahegelegt. Im Rahmen des "Globetrotter Festivals" präsentiert sich die "Härteste Amateurrally Nordafrikas" mit einem eigenen Stand vom 22. bis 24. September im Offroad-Park in Ebern bei Bamberg.
Freuen Sie sich zudem darauf, auf dem Festival Gleichgesinnte zu treffen, das weitläufige Campgelände zu erkunden, frei im Gelände zu fahren oder sich von den interessanten Programmpunkten und den zahlreichen Ausstellern inspirieren zu lassen.
Quelle (http://news.marathonrally.com/index.4817.0.html#5444)
Gruss Ruedi